
Wenn die Psyche das Herz belastet
Die European Society of Cardiology (ESC) publizierte 2025 erstmals ein Clinical Consensus Statement zur Beziehung zwischen mentaler Gesundheit und kardiovaskulären Erkrankungen. Psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen sind bei Herzpatientinnen und -patienten häufig zu beobachten, weshalb ein strukturiertes Screening erfolgen sollte. Einige Patientengruppen haben gegenüber der Normalbevölkerung ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und sollten daher besonders aufmerksam betreut werden.

Im Jahr 2025 publizierte die European Society of Cardiology (ESC) ein Konsensus-Statement zu mentaler Gesundheit und kardiovaskulären Erkrankungen. Damit wurde den wissenschaftlichen Erkenntnissen der letzten Jahrzehnte Rechnung getragen, die eindeutig belegen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen mentaler und kardiovaskulärer Gesundheit gibt.
Die Interaktion ist mannigfaltig. Psychosoziale Belastungen und Erkrankungen führen zu einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, wobei dieses Risiko durchaus mit jenem von klassischen somatischen Risikofaktoren vergleichbar ist. Kardiologische Erkrankungen wiederum können erhebliche psychische Reaktionen und eine langfristige Beeinträchtigung der mentalen Gesundheit hervorrufen.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Schwere der Erkrankung aus ärztlicher Sicht in keiner direkten Verbindung zur Schwere der psychischen Reaktion steht. Scheinbar harmlose und keinesfalls lebensbedrohliche Erkrankungen können erhebliche psychische Störungen auslösen.