21. Sep. 2026Review

Neue Therapieansätze bei Angststörungen

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Leiden. Leitlinien empfehlen als Erstlinien-Behandlung die kognitive Verhaltenstherapie sowie SSRI oder SNRI. Doch viele Patienten sprechen nicht ausreichend darauf an oder erleiden Rückfälle. Ein aktueller Review zeigt neue Therapieansätze, die das Spektrum erweitern könnten.

A teenage girl around whom there is darkness and shadows of hands, a symbol of phobia, fear of darkness and nightmares.
Pandagolik/stock.adobe.com

Zu den am besten untersuchten Innovationen gehören die psychotherapeutischen Verfahren Positive Affect Treatment (PAT) und Amplification of Positivity Treatment (AMP). Anders als klassische Therapien zielen sie darauf ab, die Belohnungsverarbeitung zu stärken und positive Gefühle zu fördern, berichtet ein Team um Dr. Tomislav Zbozinek von der University of California, Los Angeles.

Patienten mit Angststörungen oder Depressionen empfinden oft weniger Freude an angenehmen Aktivitäten und verarbeiten Belohnungsreize anders. Durch strukturierte Übungen lernen sie, positive Erlebnisse bewusster wahrzunehmen, intensiver zu genießen und optimistischer in die Zukunft zu blicken.

In mehreren randomisierten Studien verbesserten beide Verfahren Angst-Symptome, Depression, Stress und das psychische Wohlbefinden. Gleichzeitig normalisierte sich die Belohnungsverarbeitung. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. Da Replikationsstudien die Ergebnisse bestätigten, verfügen PAT und AMP über die stärkste Evidenz unter den neuen psychotherapeutischen Ansätzen.

Das Sicherheitsverhalten reduzieren

Ein anderer Ansatz reduziert Sicherheitsverhalten, um inhibitorisches Lernen zu fördern: Patienten verzichten bewusst auf Verhaltensweisen, die vermeintliche Sicherheit bieten, und erleben, dass die befürchteten Konsequenzen ausbleiben.

In einer randomisierten Studie erhielten Patienten mit sozialer Angststörung automatisierte SMS-Erinnerungen, ihre Sicherheitsstrategien zu unterlassen. Die soziale Angst nahm signifikant stärker ab als in der Kontrollgruppe. Der digitalisierbare Ansatz erscheint vielversprechend, muss jedoch weiter erforscht werden.

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