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Belieferung von Alters- und Pflegeheimen.

Die Belieferung von Heimen und größeren Unternehmen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Während die Belieferung von Alten- und Pflegeheimen vor mehreren Jahren noch ein interessantes Geschäftsfeld für Apotheken war, hat sich das durch die zunehmende Konkurrenz und den immer stärkeren Zwang zur Verblisterung leider verändert.

Wirtschaftlichkeit beurteilen

Welche Faktoren sind bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Heimbelieferungen für die Apotheke von Bedeutung?

Umsatzpotenzial: Mit einem Heimbewohner kann ein Jahresumsatz von durchschnittlich rund 1.000 bis 1.500 Euro erwirtschaftet werden. Die Umsätze spielen sich im Wesentlichen natürlich im Bereich des Krankenkassenumsatzes ab; der Anteil an Privatumsätzen ist meist verhältnismäßig gering (10 bis max. 20 Prozent).

Deckungsbeitragspotenzial: Die Deckungsbeiträge sind meist aufgrund des eher geringen Anteils an Hochpreisumsätzen etwas besser. Somit können (inklusive Konditionen für den Einkauf) insgesamt Deckungsbeiträge von ca. 27 bis 30 Prozent erwirtschaftet werden.

Kosten Verblisterung: Der wesentliche Kostenfaktor (neben den Personalkosten) ist jener für die Verblisterung. Da nur wenige Apotheken über einen eigenen Blisterautomaten verfügen, müssen die (verblisterbaren) Medikamente zugekauft werden. Die Kosten für einen Wochenblister pro Heimbewohner betragen ca. 4 Euro.

Personalkosten: Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind in erster Linie die Organisation des Prozesses der Heimbelieferung und die damit zusammenhängenden Personalkosten. Der zeitliche Aufwand für die Versorgung der Heimbewohner sollte für einen bestimmten Zeitraum (ein bis zwei Monate) auf Stundenbasis dokumentiert werden. Dabei wird idealerweise mit den tatsächlichen Personalkosten der mit der Heimbelieferung befassten Mitarbeiter kalkuliert (inkl. Ansatz eines Unternehmergehaltes für die Unternehmer!). Für PKAs kann dafür von einem durchschnittlichen Stundenlohn von ca. 25 Euro, für Pharmazeutinnen von ca. 60 Euro ausgegangen werden. Im Rahmen der Personalkosten sind neben den „klassischen“ pharmazeutischen Tätigkeiten u.a. auch noch folgende Arbeiten zeitlich zu berücksichtigen: Rezepteinreichung, Fakturierung, Belieferung, Kundenkartei, Zahlungseingang/Mahnwesen, technische EDV-Voraussetzungen.

Prozess- und Verwaltungskosten: Schlussendlich sind im Rahmen einer Ertrags- und Aufwandsanalyse auch noch die sonstigen Kosten, wie beispielswiese Transportkosten,
Raumkosten, Kammerumlage, Zahlungsausfallsrisiko, Verwaltungskosten, Investitionen, zu berücksichtigen.

Weitere Faktoren

Neben der rein wirtschaftlichen Analyse (idealerweise im Rahmen einer Profitcenter-Berechnung) sind natürlich auch Aspekte wie Kundenbindung (insbesondere auch im ländlichen Bereich), Personalauslastung und grundsätzliche strategische Entscheidungen (neues Vertriebsstandbein) zu berücksichtigen.

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