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Infertilität und metabolisches Risiko

Knapp jeder dritte Mann unter 50 Jahren, der mit Infertilität zu kämpfen hat, bekommt mit zunehmendem Alter auch metabolische Probleme. Das ergab eine bei der Konferenz der European Association of Urology in München präsentierte Studie.

 Männer, die wegen Mängeln in ihren Samen unfruchtbar sind, haben einer aktuellen Studie zufolge ein erhöhtes Risiko, früher zu sterben als Männer mit normalen Samen.
Eine schwedische Studie stellte bei subfertilen Männern eine hohe Prävalenz von Hypogonadismus und damit verbundener Beeinträchtigungen im Stoffwechsel- und Knochenmineralstatus fest.

 

Frühere Studien ergaben, dass Männer mit einer schlechten Samenqualität oft auch eine geringere Lebenserwartung haben. Bislang war allerdings nicht klar, woran dies liegt. Eine Gruppe schwedischer Forscher ging der Sache nun auf den Grund und maß bei 192 infertilen Probanden den Level der Sexualhormone und anderer biochemischer Parameter. Die Auswertung der Daten ergab, dass bei etlichen der infertilen Männer auch ein Hypogonadismus sowie Zeichen einer metabolischen Erkrankung und Osteoporose vorlagen.

Die Untersuchungen wurden an unter 50-jährigen Männern mit einer geringen Spermienanzahl vorgenommen, die sich am Reproductive Medicine Centre des Skåne University Hospital in Malmö in Behandlung befanden. Die Probanden wurden 199 Kontrollpersonen gegenübergestellt.

Hypogonadismus bei Männern Fertilitätsproblemen

Die beiden Gruppen wurden hinsichtlich der Sexualhormon-Werte und anderer Marker wie der Knochendichte und des Diabetes-Biomarkers HbA1c verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass ein Drittel der unter 50-Jährigen mit Fruchtbarkeitsproblemen biochemische Anzeichen eines niedrigen Geschlechtshormonspiegels (beispielsweise geringe Testosteronwerte) aufwiesen.

So wurde bei Männern mit Fertilitätsproblemen sieben Mal so häufig ein Hypogonadismus verzeichnet wie bei jenen der Kontrollgruppe. Die infertilen Probanden neigten auch eher zu einer reduzierten Knochendichte – vor allem jene, bei denen geringe Testosteronwerte gemessen wurden. Männer mit Hypogonadismus zeigten darüber hinaus biochemische Anzeichen einer erhöhten Glukose (mit erhöhten HbA1c-Werten) sowie größere Anzeichen einer Insulinresistenz.

„Ein erheblicher Anteil der Männer von infertilen Paaren zeigte biochemische Anzeichen von Hypogonadismus. Dies könnte deren Fertilität beeinträchtigen, aber auch als frühes Warnzeichen für metabolische Erkrankungen wie Osteoporose oder Diabetes im späteren Leben dienen.“ Aleksander Giwercman, Skåne University Hospital und Lund University, Malmö, Schweden

Johannes Bobjer, Karolina Bogefors, Sigrid Isaksson, Irene Leijonhufvud, Kristina Åkesson, Yvonne Giwercman, Aleksander Giwercman
High prevalence of hypogonadism and associated impaired metabolic and bone mineral status in subfertile men
Clinical Endocrinology, First published: 29 February 2016, DOI: 10.1111/cen.13038

Quelle: European Association of Urology

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