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Aktiv gegen ein Tabu

Laut WHO ist die Inkontinenz eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. In Österreich kann etwa eine Million Menschen den Abgang von Harn oder Stuhl nicht adäquat kontrollieren. Der Leidensdruck und der Verlust an Lebensqualität sind enorm. Dennoch sucht nicht einmal die Hälfte der Betroffenen aktiv nach ärztlicher Hilfe. (CliniCum urologie 3/18) 

Trotz des hohen Leidensdrucks leidet mehr als die Hälfte aller von einer Inkontinenz Betroffenen still und aus falschem Schamgefühl. Eine österreichische Befragung zeigte, dass knapp 70 Prozent der Patienten mit Harninkontinenz noch nie in ärztlicher Behandlung waren.1 „Inkontinenz ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen weltweit. Dennoch ist das Volksleiden ein Tabuthema“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Lothar Fuith, Präsident der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ), im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche 2018 in Wien.

Hausarzt mit Schlüsselfunktion

Der Allgemeinmediziner nimmt als erster Ansprechpartner eine Schlüsselrolle in der Erkennung einer Inkontinenz ein. „Als Familienarzt betreut der Arzt für Allgemeinmedizin seine Patienten über Jahre. Damit kennt er die Patienten und ihre gesundheitlichen Probleme und ist immer wieder auch mit dem Thema Inkontinenz konfrontiert“, so Dr. Christoph Dachs, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM). Da sich Betroffene häufig nicht einmal ihrem Hausarzt anvertrauen, sei es wichtig, dass hier der Arzt den ersten Schritt macht. Dachs: „Er kann das Thema etwa im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, aber auch bei seinen älteren, stark übergewichtigen oder schwangeren Patienten behutsam ansprechen, das erste Diagnosegespräch führen und eine Therapie einleiten. Ist die Fragestellung komplexer, koordiniert er in Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachdisziplinen die weiterführende Betreuung der Patienten.“ Die MKÖ will mit dem Leitfaden „Inkontinenz: Diagnose & Therapie von Blasen- und Darmschwäche“ Allgemeinmediziner bei ihrer wichtigen Aufgabe unterstützen. Der neue Leitfaden wurde gemeinsam mit der ÖGAM entwickelt und enthält alle relevanten Informationen zu Diagnose und Therapie von Blasen- und Darmschwäche sowie Hinweise auf MKÖ-zertifizierte, spezialisierte Einrichtungen (Kontinenz- und Beckenbodenzentren) und Fachpersonen in ganz Österreich für die weiterführende Patientenversorgung.*

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