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Die Sucht nach der Superlative

Wir leben in einer Zeit, in der gut, nett, fein oder groß einfach nicht genug sind. Wir suchen den Superstar, gehen zum XXXL-Möbelhändler und sind permanent am Arbeiten an der Selbstoptimierung. Einen Kick gibt uns nur noch das irrsinnigwahnsinnig- abartig-absolut-mega- Ereignis. Im Positiven wie im Negativen. Und da kommt COVID-19 gerade recht. Da die Menschheit zwar XXXL-Mega-Probleme hat – Klimawandel, Bevölkerungsexplosion, Hunger usw. – die aber nicht mehr neu sind und uns deshalb keinen Kick verpassen, ist das Supervirus ideal. Und das jetzt schon seit Monaten.

S wie Supervirus

Wenn die Erkrankungszahlen unter den Erwartungen zurückliegen, muss man halt hunderttausend Tote auf einmal in den Raum stellen. Wenn die Fallkurven abflachen, muss gesichert sein, dass die Medien umso mehr vom ultimativen Supervirus berichten. Manchmal bekommt man den Eindruck, als hätten sich die Masern und Ebola zusammengetan und COVID-19 geboren. Seriösere Quellen erschaffen zwar kein Supervirus, vergleichen aber gerne mit der „Spanischen Grippe“ vor hundert Jahren. Das sorgt zwar sicher für entsetztes Gruseln unter den Menschen, ist aber vielleicht doch etwas zu viel der Ehre für COVID. Wahrscheinlich bzw. hoffentlich schafft er es nicht einmal in dieselbe Liga wie die Hongkong- bzw. asiatische Grippe, an die sich unsere Eltern oder Großeltern sehr wohl erinnern können, jedoch nicht an eine dazugehörige Massenpanik.

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