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DILI: Identifikation von Ursachen

In der westlichen Welt sind Fälle von akutem Leberversagen oft auf Arzneimittel-induzierte Leberschädigungen (drug induced liver injury, DILI) zurückzuführen. Bei Patienten, die verschiedene Medikamente einnehmen, kann es schwierig sein herauszufinden, welches die Ursache dafür ist. Deutsche Forscher haben nun einen In-vitro-Test entwickelt, der bei der Identifikation der verantwortlichen Substanzen helfen kann. In einer prospektiven Studie wurden Daten von 46 DILI-­Patienten ausgewertet, einschließlich der medizinischen Vorgeschichte, Laborwerte, Ergebnisse von Biopsien und bildgebenden Untersuchungen sowie Medikamentenanamnese. Für den Test wurden bei den Patienten Hepatozyten-ähnliche Zellen aus Monozyten über zehn Tage kultiviert und dann mit den bei den Patienten eingesetzten Medikamenten inkubiert. Die Toxizität wurde anhand eines Anstiegs der LDH gemessen. Die Ergebnisse des Labortests wurden während der folgenden drei bis 24 Monate mit erneuten Medikamentenexpositionen und anschließenden Leberschädigungen in Beziehung gesetzt – dies betraf 13 Patienten. Der In-vitro-Test hatte bei 12 von 13 Patienten die ursächliche Substanz richtig identifiziert. Bei allen Patienten ohne Reexposition hatten sich die Leberwerte während der Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten wieder normalisiert. In der Reexpositionsgruppe kam es bei zwei Patienten zu einer chronischen Leberschädigung, ein Patient verstarb aufgrund von Leberversagen. Zehn Medikamente erwiesen sich im In-vitro-Test bei den 13 reexponierten Patienten als toxisch: jeweils bei zwei Patienten Amoxicillin/Clavulansäure, Methylprednisolon oder Diclofenac und jeweils bei einem Patient Atorvastatin, Metamizol, Pembrolizumab, Piperazillin/Tazobactam, Moxifloxacin, Duloxetin und Sertralin. Die 86 Medikamente, die im In-vitro-Test nicht toxisch waren, konnten bei 27 betroffenen Patienten sicher verabreicht werden, ohne dass ein Rezidiv auftrat. Die Sensitivität betrug 92 %, die Spezifität 100 %.

Benesic A et al., Clin. Gastroentrol. Hepatol. 2018; 16: 1488–94

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