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Infektionen nach Tonsillektomie

Tonsillen sind Teil des Abwehrsystems im Rachen und spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Immunsystems. Eine Tonsillektomie ist eine häufige im Kindesalter durchgeführte Operation zur Behandlung von Atemwegsobstruktionen oder rezidivierenden Mittelohrinfektionen. Im Rahmen einer aktuellen Kohortenstudie wurde nun bei 1,2 Millionen dänischen Patienten, die zwischen 1979 und 1999 geboren worden waren und bei denen im Kindesalter eine Tonsillektomie durchgeführt worden war, überprüft, ob sich der Eingriff langfristig auf die Gesundheit auswirkt. Die Kinder wurden zumindest 10 Jahre nachbeobachtet, bis zu einem maximalen Alter von 30 Jahren. Vor deren 9. Lebensjahr wurde bei 11.830 Kindern eine Entfernung der Gaumenmandeln durchgeführt, bei 17.460 der Rachenmandeln und bei 31.377 sowohl der Rachen- als auch der Gaumenmandeln. Diese Kinder wurden mit 1.157.684 nicht operierten Kindern verglichen. Es stellte sich heraus, dass die Operation mit einem zwei- bis dreifach erhöhten Risiko für obere respiratorische Infekte einherging. In einem geringeren Maße war auch das Risiko für allergische Erkrankungen und andere Infektionen erhöht. Das Risiko für Mittelohrentzündungen unterschied sich dagegen in der operierten nicht von der nicht-operierten Gruppe.

Byars SG et al., JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2018; doi: 10.1001/jamaoto.2018.0614

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