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Retschitzegger: Jon, Jonathan, Jedermann

Immer wieder die Faszination, wie viel wir lernen können von den Künsten! Literatur und Theater als Lehre für unser Leben. Und damit auch als Bildungsinstrumente für uns Ärztinnen und Ärzte. Die größte Lesefreude des bisherigen Sommers: Jon Fosse und „Trilogie“. Der stille, sanfte und kraftvolle Norweger, der in all seinen Büchern und Theaterstücken in die Tiefe der menschlichen Seele blickt – so, dass oft schon das Lesen schmerzt – und jedenfalls sehr tief im Innersten berührt. Als einer der meist aufgeführten zeitgenössischen Dramatiker erschien nun  seine „Trilogie“ auf Deutsch, in der er zuerst ein Paar auf Herbergssuche beschreibt: „Schlaflos“, wie der erste Teil der Trilogie heißt. Es folgen „Olavs Träume“ bis hin zur „Abendmattigkeit“.

Den Vorsatz, den Sommer auch für ein großes umfassendes Werk zu nutzen, habe ich endlich mit den gar nicht mehr neuen „Korrekturen“ von Jonathan Franzen umgesetzt. Eine Familiengeschichte mit allem, was wir kennen und kennen sollten. Die Entwicklung einer Demenzerkrankung mit allen Phasen, Schwankungen und komplexen Lebensgeschichten. Und nicht zuletzt: der „Jedermann“ in Salzburg. Hugo von Hofmannsthals ewig aktuelles Stück eines reichen Mannes – und sein Sterben. Und schön, dass sich Cornelius Obonya über seine aktuelle faszinierende Darstellung des Jedermann hinaus – thematisch gut passend – für das mobile Kinderhospiz Papageno in Salzburg einsetzt!

Wenn wir diese drei Werke vergleichen, finden wir in jedem gänzlich Unterschiedliches und doch ewig Gleiches und Vertrautes. Das schnelle Sterben auch, das Überraschende. Im beruflich-freundschaftlichen Umfeld soeben selbst erlebt. Ein so schneller Tod – wenige Wochen nach dem Ende der Berufstätigkeit. Ein Freund – kein Jedermann –, der sich einbrachte und einsetzte, sich für die Qualität und Stimmung seines Teams verantwortlich fühlte und sich dafür engagierte! Ruhe in Frieden, alter Freund und – Meister! Wenn wir etwas lernen können im Leben, dann ist es diese ständige Präsenz der Endlichkeit. Seit Jahrhunderten wird es gesungen: „Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen …“

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