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Hürden für Case Management

Professionelles Case Management gilt als zielführend, stößt aber noch auf viele Hindernisse. Eines davon ist die mangelnde Einbindung von Ärzten.

Patienten gehen auf dem Weg zum richtigen Therapie oft verloren. Case Manage- ment kann helfen.
Patienten gehen auf dem Weg zum richtigen Therapie oft verloren. Case Manage- ment kann helfen.

Case Management hilft dem Patienten und senkt gleichzeitig Kosten, das wurde wiederholt durch Studien belegt. Woran liegt es dann, dass die Umsetzung nicht besser voranschreitet? Mit dieser Frage haben sich Felix von Obernitz und Katharina Rausch in ihrer Masterarbeit „Implementing Case Management in Germany“* beschäftigt. Zwar geht es bei der explorativen Studie, die auf 24 Interviews mit verschiedenen Case-Management-Stakeholdern beruht, um das deutsche System, dieses sei dem österreichischen jedoch so ähnlich, „dass man die gleichen Hürden wiederfindet“, sagte von Obernitz bei der 8. Internationalen Fachtagung der Österreichische Gesellschaft für Care & Case Management (ÖGCC) im Oktober in Wien. Die wichtigsten Hindernisse für die Implementierung von Case Management sind der Studie zufolge:

  1. der mangelhafte Zugang zu Daten (aufgrund der Fragmentierung des Gesundheitssystems und aufgrund von Datenschutzbestimmungen);
  2. eine falsche Auswahl von Patienten (durch falsche Anreize, wie Entlohnung nach der Fallzahl bei der Patientenauswahl);
  3. eine mäßige Beteiligung von Patienten an bestehenden Programmen;
  4. ineffektive Kommunikation;
  5. fehlende Anreize für die Stakeholder und
  6. die Eigenständigkeit der Ärzte.

Gemeint sei mit dem sechsten Punkt die „Schwierigkeit, Ärzte extern zu beeinflussen“, erklärte von Obernitz. Es sei daher wichtig, sie von Anfang an in das Design von Prozessen einzubinden. Wie sinnvoll es ist, die Ärzte an Bord zu haben, zeige sich am Beispiel von Hindernis Nummer drei: Vertrauen und Bereitschaft zur Teilnahme an Case-Management-Angeboten sind nämlich deutlich größer, wenn ein Patient von einem Arzt angesprochen wird, als wenn es sich um die Krankenversicherung oder einen Case-Management-Provider handelt. Der Studie zufolge betrugen die Teilnahme­raten bei Ansprache durch Ärzte 25 bis 50 Prozent gegenüber zehn bis 25 Prozent bei Ansprache durch die Krankenversicherung.

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