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Retschitzegger: Der Geschichtenerzähler

Im August starb Oliver Sacks 82-jährig in seiner Wahlheimat New York. Sacks, der britisch-amerikanische Neurologe, Psychiater und Schriftsteller. „Ich bin ein Geschichtenerzähler, ob ich will oder nicht“, schrieb er in seiner erst kürzlich erschienenen Autobiographie „On the Move – Mein ­Leben“. „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ oder auch „Der Tag, an dem mein Bein fortging“ – von dieser Dimension waren seine außergewöhnlichen Beschreibungen von PatientInnengeschichten und seine Buchtitel. Damit wurde er berühmt  und mit „Zeit des Erwachens“, der Verfilmung seines Buches mit Robin Williams und Robert de Niro.

„Ich vermute, dass ein Gefühl für Geschichten, das Erzählen, in allen Menschen angelegt ist“, schreibt Sacks, einer der Vorreiter der narrativen Medizin. „Ein Großteil meiner Schreibtätigkeit entfiel über viele Jahre auf meine klinischen Aufzeichnungen. Ich tat das gern und ausführlich, sodass diese Notizen sehr detailliert wurden und sich manchmal, wie man mir gesagt hat, wie Romane lasen.“ Sacks war ein scharfer Beobachter und begeisternd Beschreibender. Wir können diese Qualität der aufmerksamen Beobachtung von PatientInnen und dieses außergewöhnliche Maß an Reflexion auch hier und heute gut brauchen in unserer ärztlichen Tätigkeit. „Was von den meisten meiner Kollegen abfällig abgetan worden war – ,Pflegeheime für chronisch Kranke – da wirst du nie was Interessantes entdecken‘ –, erwies sich als das vollkommene Gegenteil: eine Idealsituation, um zu erleben, wie sich ganze Leben entfalten“, schreibt Sacks.

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