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Meldungen aus der Welt der Medizin

In der vielfältigen Welt der Medizin tut sich ständig etwas. Hier den Überblick zu bewahren, ist eine Herausforderung. In der Rubrik „kurz notiert“ stellt die Redaktion der Medizin Medien Austria erlesene Meldungen für Sie zusammen.

News Medizin

Sporteln schützt vor Schmerzen

23.3.2017 – Wie eine aktuell im Fachjournal „Pain“ veröffentlichte Studie zeigt, kann Bewegung helfen, der Entwicklung chronischer Schmerzenerkrankungen, wie beispielsweise der Fibromyalgie, vorzubeugen. Körperliche Aktivität beeinflusst die endogene Schmerzmodulation. Gerät diese auf dem Gleichgewicht, droht die Chronifizierung von Schmerzen. (DOI: 10.1097/j.pain.0000000000000769)

ÖDG fordert Senkung des Zuckergehalts in Getränken

20.3.2017 – Unterschiedlich stark zucker- und süßstoffhaltige Getränke verwirren Konsumenten. Das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN erstellt daher jährlich eine wissenschaftlich fundierte, anschauliche Getränkeliste, die für Konsumenten online und als App verfügbar ist. Für die Getränke-Studie 2017 wurden über 750 Produkte untersucht, nach wie vor erfüllte nur knapp jedes zweite Produkt die Kriterien. Als Faustregel gilt: maximal 7,4 g Zucker pro 100 ml. SIPCAN und die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) empfehlen dringend beim Getränkeeinkauf auf den Zuckergehalt zu achten. Die Experten fordern zudem von der Industrie konkrete Maßnahmen um den Zuckergehalt in Getränken weiter zu senken und propagieren das österreichische Modell (ÖDG).

Gehfußball-Turnier der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz

14.3.2017 – Die Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft veranstaltet gemeinsam mit dem Österreichischen Herzverband und dem FC Nationalrat am 31.März 2017 in Wien ein Gehfußball-Turnier. Mit dieser Aktivität soll die Aufmerksamkeit auf die häufig unterschätzte Krankheit Herzinsuffizienz gelenkt werden, unter der in Österreich rund 300.000 Personen leiden. Das Gehfußball-Turnier soll aber nicht nur das Bewusstsein für Herzinsuffizienz steigern, sondern den Betroffenen den Spaß und die positiven Effekte von Bewegung auf den Körper vermitteln. (News B&K)

Organoide: Die Entwicklung der Großhirnrinde nachspielen

10.3.2017 – Forschern am Wiener IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – gelang es, im Labor Stammzellen zu gehirnartigen Strukturen wachsen zu lassen, die dem menschlichen embryonalen Gehirn erstaunlich ähneln. An den Organoiden kann man erforschen, wie sich ein Organ normalerweise entwickelt und warum Störungen auftreten. Diese Methode macht es erstmals möglich, die Ausbildung von neurologischen Krankheiten, wie etwa Alzheimer, Parkinson, oder Schizophrenie direkt am menschlichen Gewebe zu studieren.
In der aktuellen Publikation des Fachmagazins EMBO Journal konnten die Wissenschaftler anhand der Organoide beschreiben, wie sich die Zellen im heranwachsenden Gehirn zu bestimmten Zentren organisieren. Diese Zentren wiederrum lenken die Ausbildung bestimmter Hirn-Regionen. Die Zellbildung wird in diesen Zentren rigoros durch eine Reihe chemischer Signale gesteuert: Zellen, die zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt gebildet werden, nehmen nicht nur einen bestimmten Platz im Zellverband ein, sie können sich auch unterschiedlich spezialisieren und entweder zu Neuronen oder zu Gliazellen werden. Die Forscher konnten in den Organoiden zwei Vorderhirnzentren lokalisieren, die sich an zwei Stellen – dorsal und ventral –gegenüberliegen. Diese Zentren lenken wiederum die Organisation von Zellen der wachsenden Großhirnrinde. „Tatsächlich kann man mit Gehirn-Organoiden diesen faszinierenden Entwicklungsprozess nachspielen und dabei in Echtzeit beobachten, wie die Nervenzellen wachsen, schließlich Schnittstellen mit anderen Nervenzellen bilden, und miteinander kommunizieren“, zeigt sich Jürgen Knoblich begeistert über die neuartige Technologie, die seinem Labor am IMBA entstammt und bereits von vielen Forschungsgruppen weltweit aufgegriffen wurde.

Medizinisch Anwendung

Auch medizinische Anwendungen seien vielversprechend. „Man könnte etwa aus Zellen von Patienten, die an neurologischen Erkrankungen leiden, Organoide heranzüchten. So könnte man verstehen, wie es zu Fehlern in der molekularen Kommunikation zwischen den Zellen kommen kann, und welche Auswirkungen diese haben. Außerdem ließen sich so Pathogene untersuchen und Medikamente gezielt testen. Profunde Kenntnisse darüber, wie sich die Organoide unter ’normalen Umständen‘ verhalten und entwickeln, ebnen den Weg für mögliche klinische Anwendungen“ äußert sich Knoblich über das Potenzial seiner Gehirnmodelle aus dem Labor. (IMBA)

Frauen leiden öfter und heftiger unter Allergien als Männer

7.3.2017 – Frauen leiden häufiger und auch heftiger an Pollen- bzw. Nahrungsmittelallergien und somit auch an Asthma. Einerseits erhöhen weibliche Sexualhormone das Risiko und die Symptomatik von Asthma und Allergien, andererseits haben auch Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille eine Bedeutung. Diese Faktoren sollten noch mehr als früher Beachtung finden, betont Erika Jensen-Jarolim vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der MedUni Wien anlässlich des Welt-Frauentags am 8. März. (MUW)

MedUni Wien: 12-Stunden-Arbeitstage als Gesundheitsrisiko

6.3.2017 – Flexiblere Arbeitszeiten, 3- oder 4-Tage-Woche, 12-Stunden-Arbeitstag – die Diskussionen rund um die Aufteilung jener Zeit, die man mit Arbeit verbringt, sind aktueller denn je. Eine nun erschienene Studie von Gerhard Blasche und Daniela Haluza am Zentrum für Public Health, Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin, zum Ermüdungszustand von Menschen nach einem 12-Stunden-Arbeitstag hat ergeben, dass diese langen Dienste zu einer erheblichen Tagesermüdung führen, die nur schwer auf normalem Weg durch die Tagesfreizeit abgebaut werden kann, andererseits aber Gesundheitsrisiken und erhöhte Unfallgefahren sowie Fehlerhäufigkeit birgt.
Untersucht wurde dazu die Belastung von AltenpflegerInnen in Senioren-Wohnheimen in Niederösterreich und Oberösterreich an 12-Stunden-Arbeitstagen. Das Ergebnis, so die WissenschafterInnen: „Der Ermüdungszuwachs während eines 12-Stunden-Tagdienstes ist dreieinhalb mal höher als an einem arbeitsfreien Tag, außerdem nimmt die Ermüdung bei zwei aufeinanderfolgenden 12-Stunden-Diensten weiter signifikant zu.“ Zusatz: „Die Erholung am Tagesrand reicht in diesem Fall nicht aus, um diese Ermüdung sofort auszugleichen.“ (DOI 10.1007/s00420-016-1187-6)

OeGHO fordert Rauchverbot für Jugendliche unter 18 Jahren

6.3.2017 – Ein Rauchverbot für unter 18-Jährige ist seit Jahren in Diskussion und soll nun – auf Vorstoß der Familienministerin Sophie Karmasin – bei der Landesjugendreferenten/-innenkonferenz am 14. März 2017 erneut diskutiert werden. Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (OeGHO) unterstützt diesen Vorstoß mit großem Nachdruck. „Wir haben schon im Zuge der von uns ins Leben gerufenen Initiative DON’T SMOKE die Anhebung des Schutzalters von 16 auf 18 Jahre gefordert“, betont OeGHO-Präsident Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg, „denn wir wissen, dass Österreich in diesem Punkt großen Handlungsbedarf hat.“ (OeGHO)

Sichelzellanämie: Komplette klinische Remission nach Gentherapie

3.3.2017 – Ein Bub mit Sichelzellanämie wurde im Pariser Necker-Kinderspital erfolgreich gentherapeutisch behandelt und ist 15 Monate nach der Therapie in kompletter klinischer Remission. Der Patient erhielt eine autologe Stammzelltransplantation mit hämatopoetischen Stammzellen, denen zuvor ex vivo mit Hilfe eines lentiviralen Vektors ein Anti-Sichelzell--Globin Gen eingebracht worden war.
Der Bub hatte eine Vorgeschichte mit mehrfachen vaso-okklusiven Krisen, darunter zwei Episoden eines akuten Thoraxsyndroms. Zudem musste er sich außerdem sowohl einer Splenektomie als auch einer Cholezystektomie unterziehen und litt außerdem an einer bilateralen Femurkopfnekrose. Auf Hydroxyurea sprach er nicht entsprechend an, sodass diese Therapie wieder abgesetzt wurde.
Veröffentlicht wurde der Fallbericht im „New England Journal of Medicine“. (DOI: 10.1056/NEJMoa1609677)

Countdown für Aufnahmetest

1.3.2017 – Heute, am 1. März 2017, beginnt die Online-Anmeldung (www.medizinstudieren.at) für den Aufnahmetest an den öffentlichen Medizin-Unis. Der Test findet am 7. Juli 2017 statt, 1620 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin stehen in Wien (740), Graz (400), Innsbruck (360) und Linz (120) zur Verfügung. Neu ist heuer der Testteil „Emotionen erkennen“: Die Bewerber müssen anhand der Beschreibung einer Situation erfassen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Die Anmeldegebühr beträgt 110 Euro, die Frist läuft bis 31. März. (APA)

St. Anna Kinderkrebsforschung erhält eAward 2017

1.3.2017 – Die St. Anna Kinderkrebsforschung wurde gemeinsam mit der Universität Wien, der Universität für angewandte Kunst Wien und T-Systems für das Projekt „INTERACCT und TRÖSTGESCHICHTEN“ mit dem eAward in der Kategorie „Bildung und Gesundheit“ ausgezeichnet.
Oft müssen schwer kranke Kinder auch nach einem Krankenhausaufenthalt selbstständig Buch über ihre Symptome und Körperfunktionen führen. In dem Projekt „INTERACCT“ werden digitale Möglichkeiten genutzt, um die Kommunikation zwischen ÄrztInnen und PatientInnen auf spielerische Weise zu verbessern. Interaktive Spiele auf der Website und in der App sowie von Kindern verfassteTRÖSTGESCHICHTEN motivieren Kinder zur regelmäßigen Dateneingabe. ÄrztInnen können die Daten auswerten und Rückschlüsse auf das Befinden der PatientInnen ziehen. (OTS)

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