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Manipulation von embryonalem Erbgut

Chinesische Wissenschaftler unterzogen humane Embronen einer genetischen Modifikation.

Dr. Yorgos Nikas/SPL
Chinesische Forscher veränderten das Genom von humanen Embronen.

Der Genforscher Junjiu Huang und seine Kollegen von der Sun Yat-sen University in Guangzhou, China, berichten in einer Studie, die in der Fachzeitschrift "Protein & Cell" publiziert wurde, sie hätten weltweit erstmals das Genom menschlicher Embryonen manipuliert.

Für die Versuche, das für β-Thalassämie verantwortliche Gen HBB mithilfe des Gen-Editierungsverfahrens "CRISPR/Cas9" zu verändern, wurden angeblich 86 nicht lebensfähige Embryonen verwendet, die von Fertilitätskliniken stammten und auch ohne Manipulation zu keiner Lebendgeburt geführt hätten.

An den 86 Embryonen wurden Injektionen vorgenommen, danach warteten die Forscher für 48 Stunden. Dieser Zeitraum ist den Wissenschaftlern zufolge für das CRISPR/Cas9-System und die Moleküle, welche die fehlende DNA ersetzen, ausreichend. In dieser Zeit konnten die Embryonen auf jeweils acht Zellen anwachsen. Von den 71 überlebenden Embryonen wurden 54 wurden genetisch untersucht. Von diesen waren 28 erfolgreich zusammengefügt, doch nur ein Bruchteil von ihnen enthielt das ersetzte genetische Material.

Sollte man diese Versuche an lebensfähigen Embroyonen durchführen, müsse es sich um eine nahezu hundertprozentige Erfolgsquote handeln, erklärte Huang. Das das System dafür aber noch nicht reif sei, hätten die Forscher das Projekt beendet.

Puping Liang, Yanwen Xu, Xiya Zhang, Chenhui Ding, Rui Huang, Zhen Zhang, Jie Lv, Xiaowei Xie, Yuxi Chen, Yujing Li, Ying Sun, Yaofu Bai, Zhou Songyang, Wenbin Ma, Canquan Zhou, Junjiu Huang
CRISPR/Cas9-mediated gene editing in human tripronuclear zygotes
Protein & Cell, April 2015

David Cyranoski, Sara Reardon
Chinese scientists genetically modify human embryos
Rumours of germline modification prove true — and look set to reignite an ethical debate.
Nature News, 22. April 2015, DOI 10.1007/s13238-015-0153-5

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