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Kennen Typ-2-Diabetes Patienten ihr kardiovaskuläres Risiko?

425 Millionen Menschen weltweit leben aktuell mit Diabetes, verglichen mit 108 Millionen im Jahr 1980. Die weltweite Prävalenz  von Diabetes hat sich seit 1980 fast verdoppelt und ist von 4,7 % auf 8,5 % gestiegen.1  Der dramatische Anstieg ist in allen Ländern, gleich ob städtische oder ländliche Gebiete, aufgetreten. Folgen der Erkrankung wirken sich vor allem auf das Herz-Kreislauf-System aus. Aber wie wird dieses Risiko von den Betroffenen wahrgenommen und wie leben sie damit? Eine globale Umfrage erhebt erstmal Daten dazu.

Die internationale Diabetes Federation (IDF) hat eine globale, webbasierte Umfrage mit dem Titel „Taking diabetes to heart“ gestartet.2 Der Zweck der Studie ist es dabei zu helfen Menschen mit Typ-2-Diabetes hinsichtlich ihres Verständnisses für ihr kardiovaskuläres Risiko besser zu verstehen. Die erste und bislang einzige Umfrage dieser Art steht in mehr als 20 Sprachen zur Verfügung und basiert auf 27 Fragen, die sich auf Wissen, Einschätzung und Informationsverhalten rund um das kardiovaskuläre Risiko bei Diabetes-Patienten beziehen. Betroffenen, die mit Typ-2-Diabetes leben, wird empfohlen, an der Umfrage teilzunehmen. Die Umfrage "Taking diabetes to heart“ läuft bis März 2018 und steht allen Menschen mit Typ-2-Diabetes offen.

Zwischenergebnisse der Umfrage präsentiert

Die internationale Diabetes Federation hat die Zwischenergebnisse der ersten länderübergreifenden Online-Umfrage zum Risikobewusstsein und Wissen bezüglich kardiovaskulären Erkrankungen von Risikopersonen bei Typ-2-Diabetes auf dem IDF-Kongress 2017 in Abu Dhabi, VAE, vorgestellt. Diese weisen auf ein geringes Bewusstsein und einen eingeschränkten Dialog zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal hin.3

Diabetes betrifft derzeit weltweit 425 Millionen Erwachsene, wobei es sich in den meisten Fällen um Typ-2-Diabetes handelt. Kardiovaskuläre Erkrankungen wie Schlaganfall, koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit sind die Hauptursache für Behinderungen und Todesfälle bei Menschen mit Typ-2-Diabetes.

Bis dato haben 943 Menschen aus 32 Ländern an der Umfrage teilgenommen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen:3

  • Einer von drei Befragten, die mit Typ-2-Diabetes leben, betrachten das Risiko an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erkranken als gering.
  • 26 % der Befragten hatten entweder noch nie etwas über kardiovaskuläre Erkrankungen im Rahmen von Diabetes gehört oder entsprechende Informationen erst Jahre nach der Diagnose des Typ-2-Diabetes bekommen.
  • Einer von sechs Befragten hatte noch nie über den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und dem Risiko kardiovaskulärer Folgeerkrankungen mit einem Arzt gesprochen.3

Neue Informationsstrategien sollen entwickelt werden

Die Zwischenergebnisse von „Taking diabetes to heart" unterstreichen, wie wichtig es ist, das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schärfen. Auf der Grundlage der Umfrage sollen Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, um Betroffene besser aufzuklären und besser medizinisch versorgen zu können.

Höhepunkt der Initiative wird ein umfassender Bericht mit länderspezifischen Ergebnissen sein. "Angesichts der weltweit steigenden Prävalenz von Typ-2-Diabetes ist es wichtiger denn je, die Zusammenhänge zwischen diesen Erkrankungen besser zu verstehen", so Shaukat Sadikot, scheidender IDF-Präsident.

 

Referenzen:

  1. WHO, Global Report on Diabetes, 2016, http://www.who.int/diabetes/global-report/en/ (Zugriff: 16. Februar 2018)
  2. International Diabetes Federation, Taking Diabetes to Heart – IDF Global CVD Survey, https://www.idf.org/our-activities/care-prevention/cardiovascular-disease/taking-diabetes-to-heart/taking-diabetes-to-heart-survey.html (Zugriff: 16. Februar 2018)
  3. International Diabetes Federation, Interim results of first-ever global survey show people with type 2 diabetes underestimates their cardiovaskular risk, https://www.idf.org/news/97:news-td2h-interim-results.html (Zugriff: 16.Februar 2018)

Zum Infocenter zu kardiovaskulären Risiken bei Diabetes

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