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Migräne 2018: Subtypen und Anti-CGRP-Therapien

Kopfschmerz ist im klinischen Alltag eines der zentralen Themen der Neurologie. Nach Jahrzehnten weitgehenden Stillstandes ist gegenwärtig dieses Feld in Bewegung gekommen. Insbesondere in der Erforschung und Behandlung der Migräne haben sich neue Perspektiven eröffnet.

Im Rahmen des diesjährigen Kongresses der European Academy of Neurology wurden 47 Originalarbeiten zum Thema Kopfschmerz vorgestellt, 17 davon zu Therapie. Ein wichtiges Thema dabei war Migräne. „Es war besonders beeindruckend, dass vieler dieser Arbeiten von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kamen. Das verspricht Gutes für die Zukunft des Faches“, kommentiert Prof. Dr. Isabel Pavão Martins von der Universität Lissabon. Zu den von ihr ausgewählten Top-Abstracts zählt eine dänische Studie, die bei Patienten mit Migräne mit Aura einen dickeren visuellen Cortex fand. Hinsichtlich der Migräne diskordante Zwillingen unterschieden sich in der Bildgebung nur im Hinblick auf die Dicke des visuellen Cortex. Diese war unabhängig von der Aktivität der Migräne oder Häufigkeit von Attacken mit Aura.1 Pavão Martins: „Daraus kann man schließen, dass der dickere visuelle Cortex nicht die Folge von Migräneanfällen ist, sondern eher mit einer Prädisposition für Anfälle zu tun hat.“ Auch eine aktuelle belgische Studie weist auf die Bedeutung des visuellen Cortex für die Migräne hin. Dieser ist bei Migräne-Patienten zwar leicht erregbar, weist jedoch, wie nun mittels FDG-PET demonstriert, eine reduzierte Stoffwechselaktivität auf.2 Im Rahmen der CaMEO-Studie wurde mittels Befragung von mehr als 12.000 Migräne-Patienten versucht, anhand von Komorbiditäten unterschiedliche Phänotypen der Migräne zu definieren. Pavão Martins nennt das „massive phenotyping“. Anhand eines mathematischen Modells ergaben sich aus der Fülle der Daten acht Phänotypen mit unterschiedlichen Mustern von Komorbiditäten, die auch hinsichtlich Demografie und Kopfschmerzsymptomatik unterscheidbar waren.3 Pavão Martins: „Das könnte der Beginn der Definition von Subgruppen innerhalb der insgesamt sehr heterogenen Migräne-Population sein.“

Neues gibt es auch zur Therapie der Migräne und hier insbesondere zu den gegen CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) gerichteten Therapien. Pavão Martins: „Mehrere Phase-III-Studien wurden bereits publiziert, aber was wir hier auf dem Kongress gesehen haben, waren beispielsweise interessante Post-hoc-Analysen dieser Studien, die die Wirksamkeit in bestimmten Patientenpopulationen untersuchten.“ So erwies sich der gegen den CGRP-Rezeptor gerichtete Antikörper Erenumab bei Patienten mit Aura als ebenso wirksam wie bei Patienten ohne Aura.4 Eine weitere Post-hoc-Analyse der STRIVE-Studie zeigte, dass auch Patienten, die zuvor auf andere Medikationen zur Anfallsprophylaxe nicht angesprochen hatten, hinsichtlich der Patient-Reported Outcomes gutes Ansprechen auf Erenumab zeigten.5

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