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Hypofraktionierte Brustbestrahlung

Bei Brustkrebs-Patientinnen ist die hypofraktionierte Bestrahlung der gesamten Brust im Vergleich zur konventionellen, fraktionierten Ganzbrustbestrahlung mit einer Reduktion der toxischen Wirkung assoziiert.

© Lutz Langbein, DKFZ
Die hypofraktionierte Bestrahlung der gesamten Brust wirkte in zwei Studien weniger toxisch als die konventionelle, fraktionierte Ganzbrustbestrahlung.

 

Zwei am 6. August online im Fachmagazin JAMA Oncology publizierte Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die hypofraktionierte Bestrahlung der gesamten Brust bei Frauen mit Brustkrebs der konventionellen, fraktionierten Ganzbrustbestrahlung hinsichtlich der Toxizität überlegen ist.

Bessere Lebensqualität bei hypofraktionierter Bestrahlung

Simona F. Shaitelman von der University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston hatte für ihre Studie mit Kollegen die Lebensqualität bei Patientinnen und die akute Wirkung sowie jene sechs Monate nach einer brusterhaltenden Operation untersucht. Bei 149 Frauen wurde eine konventionelle, fraktionierte Ganzbrustbestrahlung durchgeführt, bei 138 eine hypofraktionierte Bestrahlung der gesamten Brust.

Bei der Gruppe mit der hypofraktionierten Bestrahlung traten seltener akute Dermatitis, Juckreiz, Pruritus, Hyperpigmentierung und Müdigkeit während der Bestrahlung auf. Auch die akuten toxischen Effekte der Therapie wirkten sich schwächer auf diese Probandinnengruppe aus. Sechs Monate nach der Bestrahlung waren diese Frauen weniger müde und hatten geringere Schwierigkeiten, sich um die Bedürfnisse ihrer Familien zu kümmern.

Einige der Autoren der Shaitelman-Studie gaben finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie bekannt.

Hypofraktionierte Bestrahlung geht mit geringeren Schmerzen einher

Ein Forscherteam um Reshma Jagsi von der University of Michigan in Ann Arbor verglich in Praxen, die mit dem Michigan Radiation Oncology Quality Consortium (MROQC) zusammenarbeiteten, die toxische Wirkung der beiden Bestrahlungsverfahren bei Brustkrebspatientinnen während der Therapie und nach deren Beendigung. Von 2.309 Frauen erhielten 578 eine hypofraktionierte Bestrahlung. Bei jenen, deren gesamte Brust konventionell fraktioniert bestrahlt wurde, traten wesentlich stärkere Hautreaktionen, Schmerzen, Schwellungen und Fatigue auf.

Reshma Jagsi, Kent A. Griffith, Thomas P. Boike, Eleanor Walker, Teamour Nurushev, Inga S. Grills, Jean M. Moran, Mary Feng, James Hayman, Lori J. Pierce
Differences in the Acute Toxic Effects of Breast Radiotherapy by Fractionation ScheduleComparative Analysis of Physician-Assessed and Patient-Reported Outcomes in a Large Multicenter Cohort
JAMA Oncology, Published online August 06, 2015. doi:10.1001/jamaoncol.2015.2590

Simona F. Shaitelman, Pamela J. Schlembach, Isidora Arzu, Matthew Ballo, Elizabeth S. Bloom, Daniel Buchholz, Gregory M. Chronowski, Tomas Dvorak, Emily Grade, Karen E. Hoffman, Patrick Kelly, Michelle Ludwig, George H. Perkins, Valerie Reed, Shalin Shah, Michael C. Stauder, Eric A. Strom, Welela Tereffe, Wendy A. Woodward, Joe Ensor, Donald Baumann, Alastair M. Thompson, Diana Amaya, Tanisha Davis, William Guerra, Lois Hamblin, Gabriel Hortobagyi, Kelly K. Hunt, Thomas A. Buchholz, Benjamin D. Smith
Acute and Short-term Toxic Effects of Conventionally Fractionated vs Hypofractionated Whole-Breast Irradiation. A Randomized Clinical Trial
JAMA Oncology, Published online August 06, 2015. doi:10.1001/jamaoncol.2015.2666

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