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Mangelnde Doku führt oft zu Freisprüchen

ZUM THEMA - Gewalttäter werden vor Gericht viel zu oft freigesprochen, weil Verletzungen nicht dokumentiert wurden. Helfen könnte ein standardisierter Untersuchungsbogen, doch er wird bislang von Ärzten wenig genutzt, kritisiert Gerichtsmedizinerin Prof. Andrea Berzlanovich. 

Bei der Dokumentation gehören auch Bagatelltraumen erfasst.
Bei der Dokumentation gehören auch Bagatelltraumen erfasst.

Wenn es bei Gewaltdelikten keine Zeugen und kein Geständnis gibt, ist das Gutachten des Sachverständigen entscheidend. Dieser muss aufgrund der medizinischen Unterlagen viele Fragen beantworten – darunter Art, Grad, Ursache, Dauer der Verletzungen und ob Qualen entstanden sind. Liege keine präzise Verletzungsdokumentation vor, sei es meistens unmöglich, diese Fragen so zu beantworten, dass die angeklagte Person schuldig gesprochen wird, erklärte kürzlich Gerichtsmedizinerin Univ.-Prof. Dr. Andrea Berzlanovich bei einer Tagung des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin, Uni Wien.

„Damit nicht im Zweifel für die angeklagte Person und somit gegen das Opfer entschieden wird, sind zur Sicherung von Beweisen eine ausführliche Anamnese vonnöten, eine körperliche Untersuchung des Opfers und eine schriftliche sowie fotografische Dokumentation der Verletzungen“, erläuterte Berzlanovich. Eine Spurensicherung müsse dann erfolgen, wenn die körperlichen oder sexuellen Übergriffe in den vergangenen 24 bis maximal 96 Stunden stattgefunden hätten.

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