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Arzneimittelversorgung

Grünes Licht für den Brexit

Politisch ist der EU-Austritt Großbritanniens noch nicht gegessen. Die Arzneimittelversorgung ist jedoch bereits geregelt. Von dieser Seite droht keine Krise. (Medical Tribune 18/19)

Christa Wirthumer-Hoche und Alexander Herzog: „Wir sind bereit.“

Die Zahl ist beeindruckend: Eine Milliarde Arzneimittelpackungen passieren jedes Jahr den Ärmelkanal. „Das Vereinigte Königreich ist ein sehr wichtiger Pharmastandort – und zwar als Markt ebenso wie als Produktionsstandort“, sagt DI Dr. Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin des Geschäftsfeldes Medizinmarktaufsicht der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und wiedergewählte Vorsitzende des Management Boards der Europäischen Arzneimittelagentur EMA. Als solche hat sie rund um den Brexit alle Hände voll zu tun, gibt jetzt aber Entwarnung: „Wir sind bereit.“ Mehr als 2.600 Arzneimittel werden im Königreich hergestellt. Das könne auch so bleiben, allerdings mussten regulatorische Maßnahmen ergriffen werden, um sicherzustellen, dass die Produkte nach dem Brexit gesetzeskonform auf dem EU-Markt vertrieben werden können. So wurden Zulassungsverfahren in die EU transferiert, Standorte für Chargenfreigaben verlegt und Logistikprozesse verändert.

Mehr als 10 Milliarden Euro

Dafür musste nicht nur die nationale Behörde Personal aufstocken, auch der Pharmaindustrie entstanden hohe Kosten. Europaweit wurden zwischen zehn und 14 Milliarden Euro investiert, um den EU-Austritt des Inselstaates abzufedern, wie Alexander Herzog, der Generalsekretär des Branchenverbandes Pharmig, betont. Dafür sei die Versorgung nun selbst im Falle eines „Hard Brexit“ gesichert. „Als Vertreter der Industrie können wir für Österreich Entwarnung geben“, sagt Herzog und erklärt, dass auch Lagerkapazitäten aufgestockt wurden.

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