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Dr. Pichlbauer: Kassenfusion – warum?!

Gerne wird kolportiert, dass eine Kassenfusion viel sparen könnte. Realistisch sind es 50 bis 100 Mio. Euro; verglichen mit den 10.000 Mio. Euro, die über die Kassen in die ambulante Versorgung fließen, eher wenig. Trotzdem ist es sinnvoll. Aktuell arbeiten 8000 Kassenmitarbeiter in der „Verwaltung und Verrechnung“ der 10.000 Kassenärzte. Sie tun das auf der Basis von 14 Honorarkatalogen mit aberhunderten Positionen und 19 Kassenstellenplänen. All das wird jährlich mit zehn zuständigen Ärztekammern verhandelt.

Die Fülle dieser Verhandlungen führt zu einer Komplexität, die nicht geeignet ist, Patientenströme so zu lenken, dass ein Patient zur richtigen Zeit beim richtigen Arzt ankommt. Nehmen wir etwa das EKG. Sollte ein solches im Rahmen eines Hausbesuches nötig werden, kann ein Hausarzt mit einem NÖGKK-Patienten 53 Euro Umsatz machen. Wenn es jedoch ein SVB-Versicherter ist, dann sind es nur 13 Euro. Wird der Bauern-Versicherte eher an eine Spitalsambulanz verwiesen oder nicht? Und ist er dort dann richtig?

Ähnlich inhomogen ist der Kassenstellenplan. Zwar stehen, laut ASVG, allen Versicherten „in angemessener“ Entfernung zwei Vertragsärzte zur Verfügung, wenn man aber in Wien lebt, hat man 70 Prozent mehr Fachärzte als im spitalsärmeren und flächenmäßig größeren Innviertel. Gibt es mehrere „angemessene“ Entfernungen? Am Ende kann die derzeitige Kassenstruktur die Behandlung verwalten und verrechnen, aber nicht die Versorgung, das heißt, den richtigen Patienten zur richtigen Zeit zum richtigen Arzt steuern.

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