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Retschitzegger: Liebe und Einsamkeit

Über eine Ausstellung schreiben – wenn uns grad so viele andere Themen beschäftigen? Ja – weil in der Kunst auch Erkennen und Erkenntnis steckt. Liebe, Tod und Einsamkeit lautet der Untertitel der aktuellen Munch-Ausstellung in Wien. Scheinbar konträre Begriffe, die doch untrennbar miteinander verbunden sind. Der 1863 geborene norwegische Maler Edvard Munch, selbst Sohn eines Arztes, selbst an einer manisch-depressiven Erkrankung leidend, hat sich zeitlebens mit diesen Themen beschäftigt. Die Mutter Edvard Munchs starb, als er fünf Jahre alt war.

In der aktuellen Flüchtlingsthematik bewegt uns naturgemäß oft auch der Anblick von Familien, das Schicksal kleiner Kinder. Viele Familien sind unterwegs, existenziell herausgefordert, bedroht und höchst gefährdet. Unglaublich viel Gutes und Großes passiert in der täglichen Hilfe – für individuelle Menschen, die unglaubliches Leid und tragische Schicksale in und hinter sich haben.

In Notizen schreibt Munch: „Mein Weg hat entlang eines Abgrunds, einer bodenlosen Tiefe geführt. Ich habe von Stein zu Stein springen müssen. Ab und zu habe ich den Pfad verlassen, habe mich in das Menschengewimmel im Leben gestürzt. Aber immer musste ich wieder zurück auf den Weg entlang des Abgrunds. Diese Lebensangst hat mich begleitet, solange ich mich erinnern kann.“ Nach dem Tod von Munchs Vater entstanden einige Werke, welche deutlich von Einsamkeit und Melancholie geprägt sind. Edvard Munchs Schrei ist so bekannt wie Mona Lisas Lächeln. Munch hat eine Serie von Gemälden „Die Liebe“ genannt, später wurde daraus sein Lebensfries „Ein Gedicht über das Leben, die Liebe, den Tod“ – wozu auch „Der Schrei“ zählt.

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