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Rechnungshof vermisst Gendermedizin

VERSORGUNG - In einem aktuellen Bericht bemängelt der Rechnungshof, dass Gendergesundheit in Österreich nur eine untergeordnete Rolle spiele. Gleich 19 Punkte könnte die Politik besser machen.

Das Thema Gendergesundheit wird vom Gesundheitsministerium noch stiefmütterlich behandelt, kritisiert ein aktueller Rechnungshofbericht.
Das Thema Gendergesundheit wird vom Gesundheitsministerium noch stiefmütterlich behandelt, kritisiert ein aktueller Rechnungshofbericht.

Die obersten Prüfer konzentrierten sich in einem am 24. Februar veröffentlichten Bericht „Gendergesundheit in Österreich“ auf das Gesundheitsministerium (BMG). Denn dieses ist fachlich für das Thema zuständig. Oder sollte es eigentlich sein, wie der Rechnungshof (RH) gleich seine erste Kritik anbrachte. Denn die Geschlechter sind auf zwei Ressorts auseinanderdividiert: Für die Männergesundheit ist das Sozialministerium verantwortlich, für die Frauen-, Kinder- und Jugendgesundheit das BMG. Diese Aufteilung sei „nicht zweckmäßig“, attestiert der RH, und folglich auch nicht die Usance, dass beide Ministerien ihre eigenen Teilberichte – die einen zum Mann, die anderen zur Frau – erstellten.

Ein „gesamthafter“ Gendergesundheitsbericht, so wie etwa in der Schweiz, sollte daher in Zukunft selbstverständlich sein. Das BMG entgegnete dazu in seiner Stellungnahme, dass es bereits mit dem Sozialministerium Gespräche geführt habe und in den nächsten Jahren ein gemeinsamer Bericht erstellt werde, allerdings „vorbehaltlich der budgetären Möglichkeiten“. Dies wiederum lässt der RH nicht gelten, da ja jetzt auch schon sowohl für den Frauen- als auch für den Männergesundheitsbericht budgetär vorgesorgt sein müsse. Der RH drängt das BMG auf eine rasche Umsetzung der Rahmen-Gesundheitsziele und im Speziellen auf das Ziel 2 „Gesundheitliche Chancengerechtigkeit“. Darunter fällt beispielsweise die Steigerung der Teilnahmeraten an der Vorsorgeuntersuchung. Das 2012 gesetzte Ziel, die Teilnahmerate der Männer um 15 Prozent zu steigern, wurde nicht erreicht, hier hätte das BMG nicht rechtzeitig geeignete Schritte gesetzt. Kritisiert wird vom RH auch der verspätete Start des Mammographie- Screening-Programms.

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