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Standesvertretung

Kammer-Panorama mit Fokus auf Coronavirus und Arbeitsmedizin

Woche für Woche präsentiert Ihnen medonline.at die neuesten Meldungen aus den Ärztekammern.

 

Ärztekammer für Wien

Ärztefunkdienst 141 im Coronavirus-Einsatz

Seit Freitag, dem 28. Februar, ist der Ärztefunkdienst 141 aus Anlass der Coronavirus-Epidemie nicht nur nachts und an den Wochenenden in Wien im Einsatz, sondern 24 Stunden täglich, sieben Tage die Woche. Neben den Hausbesuchen der Ärzte des Ärztefunkdienstes 141 stehen auch in der Ärztefunkdienst-Telefonzentrale Ärzte 24 Stunden für telefonische Beratung und einen telefonischen Corona-Erstcheck bereit.

Der Notfallplan funktioniert folgendermaßen: Bei Anruf des Patienten erfolgt telefonisch ein medizinisch-wissenschaftlicher „Abfragebaum“ als Erstcheck (Symptome, Reise in eine der betroffenen Regionen, Kontakt mit Coronavirus-Erkrankten). Besteht aufgrund dieser Abklärung der Verdacht auf eine Infektion, wird das „Mobile Home Sampling Team“ des Ärztefunkdienstes 141 aktiviert. Im ersten Schritt erfolgt ein Hausbesuch mit Schutzausrüstung durch den Ärztefunkdienst 141. Es wird ein Abstrich gemacht, die Proben werden von der AGES ausgewertet. Bei negativem Befund informiert der Ärztefunkdienst die Patienten, bei positivem Befund die MA 15. Die Nachbehandlung von Patienten, die zu Hause bleiben können und nicht hospitalisiert werden müssen, wird vom Ärztefunkdienst 141 übernommen. Vorgesehen sind Sechs- bzw. Zwölf-Stunden-Schichten durch die Ärztinnen und Ärzte des Ärztefunkdiensts 141.

Dr. Thomas Szekeres, Präsident der ÄK Wien, bedankt sich einerseits bei den Ärzten für ihren engagierten Einsatz, andererseits bei allen Beteiligten seitens der Stadt Wien, des KAV und der ÖGK für die gute Kooperation.

 

Ärztekammer für Oberösterreich

Arbeitsmedizin in den Fokus rücken

Die Ärztekammer und die Arbeiterkammer Oberösterreich fordern einen Lehrstuhl für Arbeitsmedizin an der Johannes Kepler Universität Linz und die Arbeitsmedizin als Pflichtfach. „Oberösterreich als Industriebundesland Nummer eins wäre besonders prädestiniert für eine arbeitsmedizinische Universitätseinrichtung. Oberösterreich sollte hier eine Vorreiterrolle übernehmen“, sind sich die beiden Präsidenten Dr. Peter Niedermoser (ÄK OÖ) und Dr. Johann Kalliauer (AK OÖ) einig.

Am Arbeitsplatz werden wichtige Weichen für die Gesundheit der Arbeitnehmer gestellt, Arbeitsmedizin kann v.a. in der Prävention sehr viel leisten und die Entstehung bzw. das Neuauftreten von berufsbedingten Erkrankungen verhindern. Zunehmende Arbeitsverdichtung und Digitalisierung sind neue Herausforderungen für die Arbeitsmedizin. Sie spielt aber auch für die Arbeitgeber eine wesentliche Rolle, damit diese beim Arbeitnehmerschutz und in der betrieblichen Gesundheitsförderung ihren Pflichten nachkommen können.

Die raschen Entwicklungen in der Arbeitswelt sowie die Wechselbeziehung zwischen Arbeit und Gesundheit bzw. arbeitsbedingten Gesundheitsrisiken erfordern ständige Neubewertungen, Forschung und Wachsamkeit. Zudem fehlen jetzt schon rund 570 Arbeitsmediziner. Umso wichtiger wäre daher die Zusatzausbildung an einer Akademie für Arbeitsmedizin.

Ärztekammer für die Steiermark

COVID-19: Schutzmasken und Schutzbrillen für die steirischen Arztpraxen

Die Ärztekammer Steiermark verteilt diese Woche 7.000 professionelle Schutzmasken und Schutzbrillen an die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte (insbesondere in den Bereichen Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Kinder- und Jugendheilkunde, HNO und Lungenheilkunde). „Wir müssen die ärztliche Grundversorgung für die Bevölkerung aufrechterhalten und leisten einen Beitrag dafür“, erklären der Präsident der Ärztekammer, Dr. Herwig Lindner, und Vizepräsident Dr. Norbert Meindl.

Gleichzeitig appellieren Lindner und Meindl an die Steirer, die eine Coronavirus-Infektion befürchten, keinesfalls in die Praxen zu gehen, denn dadurch könnten diese aus Sicherheitsgründen vorübergehend lahmgelegt werden. Es gab bereits Fälle, wo das passiert ist oder nur knapp verhindert werden konnte. Der dringende Rat der Ärztekammer: „Wenn Sie glauben, infiziert zu sein, rufen Sie vor allem die Nummer des Gesundheitstelefons 1450 an und folgen Sie den Anweisungen.“ An zweiter Stelle könne auch der telefonische Rat der Hausärztin oder des Hausarztes eingeholt werden. Die Ärztekammer drängt darauf, das Gesundheitstelefon 1450 jetzt mit einer ausreichenden Zahl erfahrener ärztlicher Experten zu besetzen.

 

 

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