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Flugzeugabsturz: „Identifizierung seht im Vordergrund“

ZUM THEMA - Vor welche Herausforderungen Katastrophen wie der Flugzeugabsturz in Südfrankreich Rechtsmediziner stellen, erklärt Univ.-Prof. Dr. Edith Tutsch-Bauer, Leiterin der Gerichtsmedizin Salzburg-Linz im MT-Interview.

150 Menschen kamen beim Flugzeugabsturz Ende März in Südfrankreich ums Leben. Bilder von der Absturzstelle waren in den Medien zur Genüge zu sehen. Trotzdem lässt sich das Ausmaß der Zerstörung, und des damit verbundenen Leids, nur erahnen. Wie geht es einem damit als erfahrener Gerichtsmedizinerin? Lassen sich die persönlichen Schicksale der Menschen, ihre letzten Hilferufe, in der Regel ausblenden bei der analytischen Arbeit?
Tutsch-Bauer: „Eine feingewebliche Untersuchung macht im aktuellen Fall keinen Sinn.“
Tutsch-Bauer: „Eine feingewebliche Untersuchung macht im aktuellen Fall keinen Sinn.“

Tutsch-Bauer: Die schwierigste Arbeit haben momentan sicherlich die Bergeteams. Wir wissen vom Seilbahnunglück in Kaprun, wo ja durch einen Brand 155 Menschen ums Leben kamen, dass sie von der körperlichen und von der emotionalen Belastung her ganz vorne stehen. Und wer natürlich auch immer ganz im Vordergrund steht, sind die Angehörigen. Wir Gerichtsmediziner sind hingegen ja nicht persönlich betroffen. Für uns steht die analytische Arbeit im Vordergrund, um möglichst rasch und nachvollziehbar die Toten zu identifizieren. Dabei kann und muss man sicher über eine gewisse Zeit den Hintergrund ausblenden, um sich auf die Identifizierungsarbeit zu konzentrieren.

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