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Spondylolisthese: Wenn Wirbel gleiten

Spondylolisthese ist die Instabilität eines Bewegungssegments der Wirbelsäule, wobei es meist zu einem nach vorne gerichteten Abgleiten eines Wirbelkörpers kommt. Die nach kranial anschließende Wirbelsäule bewegt sich mit, wodurch die sagittale Balance negativ beeinflusst werden kann.

Isthmische Spondylolisthese L4/5 Grad II mit typischer Spaltbildung in der Interartikularportion (a-b), antero-posteriore und seitliche Röntgenbilduntersuchung der Lendenwirbelsäule eines 15-jährigen Patienten, der während des Fußballsports erstmalig Rückenschmerzen entwickelte und auch nach konservativer Therapie keine wesentliche Verbesserung der Schmerzen erreichen konnte. Derselbe Patient nach operativer Therapie (c-d), liegende Pedikelschrauben und interkorporeller Cage nach Operation mit der TLIF-Technik.
Isthmische Spondylolisthese L4/5 Grad II mit typischer Spaltbildung in der Interartikularportion (a-b), antero-posteriore und seitliche Röntgenbilduntersuchung der Lendenwirbelsäule eines 15-jährigen Patienten, der während des Fußballsports erstmalig Rückenschmerzen entwickelte und auch nach konservativer Therapie keine wesentliche Verbesserung der Schmerzen erreichen konnte. Derselbe Patient nach operativer Therapie (c-d), liegende Pedikelschrauben und interkorporeller Cage nach Operation mit der TLIF-Technik.

Das Wirbelgleiten resultiert meist aus einer Verminderung der Stabilität der Interartikularportion (Bereich zwischen den kleinen Wirbelgelenken). In der Mehrheit liegt eine ein- oder beidseitige angeborene Spaltbildung (Spondylolyse) vor (kongenitaler oder dysplastischer Typ mit Gefügestörung in der Interartikularportion). Eine genetische Prädisposition wird als mögliche Ursache diskutiert. Die isthmischen Spondylolisthesen entstehen vermutlich überlastungsbedingt als Folge des aufrechten Ganges im Kleinkindesalter und frühen Schulalter, was sich in einer Prävalenz von 4,4 Prozent mit sechs Jahren niederschlägt. Ermüdungsfrakturen in diesem Bereich mit anschließendem Wirbelgleiten werden bei Sportlern im Kindes- und Jugendalter (z.B. Turnen) als Ursache für die isthmischen Spondylolisthesen angenommen. Überwiegend (rund 90 Prozent) ist der fünfte Lendenwirbelkörper betroffen, seltener der vierte Lendenwirbelkörper (fünf bis zehn Prozent Prozent) und zu drei Prozent der dritte Lendenwirbelkörper. Beim Erwachsenen wird die Prävalenz mit sechs bis sieben Prozent in der medizinischen Fachliteratur angegeben – die Häufigkeit der degenerativen Spondylolisthese nimmt zu. Sie kommt durch Verschleiß der Bandscheibe und der kleinen Wirbelgelenke zustande. Die degenerative Spondylolisthese wird auch als Pseudospondylolisthese bezeichnet, weil keine Spaltbildung in der Interartikularportion vorhanden ist.
In seltenen Fällen kann die Instabilität des Bewegungs­segments durch eine adäquate Verletzung (traumatische Spondylolisthese), iatrogen nach Laminektomie (postoperative Spondylolisthese) sowie selten auch durch Tumore oder Entzündungen (pathologische Spondylolisthese) hervorgerufen werden. Die derzeit gebräuchlichste Klassifikation der Spondylolisthese wurde von Wiltse und Rothman 1989 publiziert (siehe Kasten).

Schweregrade

Die radiologische Schweregradeinteilung der Spondylolisthese erfolgte durch Meyerding in vier Grade. Die Deckplatte des unteren Wirbels wird in Viertel unterteilt. Die Position der Wirbelhinterkante des kaudalen Wirbels bestimmt den Gleitgrad:
• Grad I: <25 Prozent
• Grad II: 25 bis 50 Prozent
• Grad III: 50 bis 75 Prozent
• Grad IV: >75 Prozent

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