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Guillain-Barré-Syndrom: Lähmende Kreuzreaktion auf Keime

Die akute inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (Guillain-Barré-Syndrom) ist die häufigste Ursache einer akuten Lähmung. Meist heilt sie bei rechtzeitiger Behandlung ohne größere Behinderungen aus. (Medical Tribune 15/2017)

Autoantikörper greifen die Myelinscheide und selten direkt die Axone an.
Autoantikörper greifen die Myelinscheide und selten direkt die Axone an.

Am Beginn stehen meist starke Rückenschmerzen. Dann bemerken die Patienten ein Kribbeln in den Zehen und Füßen, das allmählich von distal nach proximal aufsteigt. Dazu kommen motorische Einschränkungen und Lähmungen, die in der gleichen Reihenfolge fortschreiten. Beim Vollbild der Erkrankung entwickelt sich daraus innerhalb weniger Wochen das klinische Bild einer Tetraparese, häufig auch mit einer Beteiligung des Nervus facialis oder anderer Hirnnerven. Besonders gefährlich sind begleitende autonome Störungen, die zu einem Herzstillstand oder einer Atemlähmung führen können. All das erlebt der Patient bei vollem Bewusstsein.

Epidemiologie und Verlauf

Diese äußerst belastende neurologische Erkrankung, die erstmals 1916 von den französischen Ärzten Guillain, Barré und Strohl beschrieben wurde und gesunde Menschen aller Altersstufen aus heiterem Himmel befallen kann, ist mit einer Inzidenz von ein bis zwei Fällen pro 100.000 Einwohnern und Jahr hierzulande die häufigste Ursache einer akuten Lähmung. Das Lebenszeitrisiko, an einem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) zu erkranken, liegt unter 1:1000. Man schätzt, dass es weltweit jährlich etwa 100.000 Erkrankungsfälle gibt.

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