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Verbesserung kognitiver Funktion durch kardiorespiratorische Fitness

Ein Cochrane Review versuchte anhand von in Fachzeitschriften veröffentlichten, randomisierten, kontrollierten klinischen Studien herauszufinden, ob durch Gymnastik bei gesunden Personen ab 55 Jahren ohne bekannte kognitive Beeinträchtigungen eine Verbesserung der kognitiven Funktion erreicht werden kann.

Foto: BilderBox.com
Insgesamt fanden die Autoren keine eindeutigen Hinweise, dass die Optimierung der kardiorespiratorischen Fitness notwendigerweise zu Verbesserungen der kognitiven Leistung bei gesunden älteren Erwachsenen ohne bekannte kognitive Beeinträchtigungen beiträgt.

 

Etliche Forschungsarbeiten kamen zu dem Ergebnis, dass regelmäßige Bewegung bei Personen um das Alter von 50 Jahren den mit der Alterung assoziierten, funktionellen Rückgang verlangsamen oder gar verhindern und darüber hinaus den gesundheitlichen Zustand dieser Personengruppe verbessern kann. Die Vorteile für die physische Gesundheit älterer Menschen, die regelmäßig ihre Ausdauer und Balance trainieren und Krafttraining betreiben, sind gut etabliert.

Wissenschaftler der Cochrane Dementia and Cognitive Improvement Group suchten nach Belegen, ob körperliche Aktivität bei älteren Menschen ohne bekannte kognitive Beeinträchtigungen auch die kognitive Funktion verbessern kann.

Die Cochrane-Forscher analysierten die Ergebnisse von 12 Studien mit 754 Teilnehmern. In ihr Review schlossen sie unterschiedliche Trainingsprogramme für ältere Menschen ein und verglichen deren Effekte mit denen einer Vielzahl von Kontrollinterventionen. Hauptaugenmerk lag auf den Auswirkungen einer verbesserten kardiorespiratorischen Fitness auf die kognitive Funktion.

Insgesamt konnten die Wissenschaftler keine Belege für eine Beziehung zwischen körperlicher Aktivität bzw. kardiorespiratorischer Fitness und der kognitiven Funktion identifizieren. Den Autoren zufolge ist es möglich, dass bestimmte Subgruppen der Bevölkerung – etwa Personen mit einem niedrigeren Fitness-Ausgangswert – unterschiedlich auf ein Aerobic-Training reagieren. Das Alter, die Häufigkeit kognitiver Aktivitäten, soziale Netzwerke und die Einhaltung einer Mittelmeerdiät zählen zu den weiteren Faktoren, welche diese Beziehung beeinflussen könnten. Möglicherweise ist auch die Intensität der körperlichen Aktivität bedeutsam.

Die Forscher sind der Ansicht, dass es größer angelegter Studien mit robusten Methoden bedarf, um die Forschungsfrage eindeutig beantworten zu können.

Jeremy Young, Maaike Angevaren, Jennifer Rusted, Naji Tabet
Aerobic exercise to improve cognitive function in older people without known cognitive impairment
Cochrane Dementia and Cognitive Improvement Group, published online: 22 Apr 2015, DOI: 10.1002/14651858.CD005381.pub4

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