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Schicht- und Nachtarbeit reduzieren kognitive Fähigkeiten

Eine Studie, die im Fachmagazin „Occupational and Environmental Medicine“ veröffentlicht wurde, ergab, dass die kognitiven Fähigkeiten bei Personen, die mehr als zehn Jahre unregelmäßigen Arbeitszeiten ausgesetzt waren, deutlich schneller abnehmen als bei anderen Berufstätigen.

© iStockphoto, alvarez
Schichtarbeit kann das Gehirn altern lassen.

Vor allem bei Menschen, die länger als zehn Jahre im Schichtdienst gearbeitet haben, ist eine Reduktion der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens feststellbar. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie, die unter der Leitung von Jean-Claude Marquié vom Forschungsinstitut CNRS in Toulouse entstanden ist.

Für die prospektive Kohortenstudie wurde eine Versuchsgruppe mit 3.232 Berufstätigen und Rentnern aus Südfrankreich herangezogen, die in verschiedenen Branchen tätig waren. 1.484 der Personen hatten Erfahrung mit Schichtarbeit (aktuell oder in der Vergangenheit), die restlichen 1.635 nicht.

Zu Beginn der Untersuchung hatten die Testpersonen ein Alter von 32 bis 62 Jahren. Die Hauptzielparameter der Untersuchung waren Überprüfungen von Lang- und Kurzzeitgedächtnis, Reaktionsfähigkeit und der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten, die zu drei Messzeitpunkten (1996, 2001 und 2006) beurteilt wurden.

Ein mehr als zehn Jahre andauernder Schichtdienst entspricht Marquié zufolge einem Alterungsprozess von zusätzlich sechseinhalb Jahren. Es dauert mindestens fünf Jahre, bis sich Arbeitnehmer nach dem Ausscheiden aus dem Schichtdienst von der unregelmäßigen Tätigkeit erholen. Die Ergebnisse müssen allerdings müssten in anderen Studien bestätigt werden.

Jean-Claude Marquié, Philip Tucker, Simon Folkard, Catherine Gentil, David Ansiau
Chronic effects of shift work on cognition: findings from the VISAT longitudinal study
Occupational and Environmental Medicine, Published Online First 3 November 2014, doi:10.1136/oemed-2013-101993

Quelle: APA

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