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Doping-Hormon Erythropoietin kann Hirnschäden bei Frühchen verhindern

Foto: bartekwardziak / Fotolia.com
Ist eine Frühgeburt abzusehen, könnte an Erythropoetin
gedacht werden, um möglichen Gehirnschädigungen entgegenzuwirken.

Bei Frühgeborenen droht  die Gefahr der Entwicklung einer Frühgeborenen- Enzephalopathie, die mit einer Verzögerung  der Gehirnentwicklung assoziiert ist .  Synthetisches Erythropoetin (EPO) könnte diese Kinder vor Schädigungen des Gehirns schützen. Gehirnscans zeigen, dass EPO, wenn es innerhalb von zwei Tagen nach der Geburt verabreicht wird, zu reduzierten Gehirnverletzungen führt.

Im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) vom 27. August wurde eine Studie des Hôpitaux Universitaires de Genève veröffentlicht, an der 495 Säuglinge teilgenommen hatten, die zwischen der 26. und 31. Schwangerschaftswoche geboren worden waren.  Die Forscher bewerteten  MRI-Scans von 165 Kindern, von denen die Hälfte drei Dosen von synthetischem Erythropoietin (EPO) innerhalb von zwei Tagen nach der Geburt erhalten hatten.

Die Doping-Effekte von EPO sind unter Athleten bekannt  und werden  häufig verwendet, um Anämie zu verhindern. Das Hormon wird  auch bei Frühgeborenen eingesetzt, da es den Bedarf an Bluttransfusionen reduziert.

Eine Reihe von rezenten Studien zeigte, dass EPO  auch eine neuroprotektive Wirkung hat . Ein  Genfer Team um Petra Susan Hüppi vom Hôpitaux Universitaires de Genève überprüfte nun  die Auswirkungen von EPO auf  die Gehirne  Frühgeborener .  Die Wissenschaflter analysierten die MRI-Scans von 165 Kindern , von denen die Hälfte hatte drei Dosen von EPO innerhalb von zwei Tagen nach der Geburt erhalten .

Russia Ha-Vinh Leuchter, eine der Co-Autorinnen der im JAMA publizierten Studie, erklärte, dass die Schädigung der Gehirne bei Säuglingen, die EPO erhalten hatten, wesentlich geringer war als bei der Kontrollgruppe, der ein Placebo verabreicht worden war. Damit wurde laut der Wissenschaftlerin erstmals die positive Wirkung des Hormons auf die Gehirne von Frühgeborenen nachgewiesen. Weitere klinische Studien sollen nun abklären, ob die Ergebnisse bestätigt werden können.

Russia Ha-Vinh Leuchter, Laura Gui, Antoine Poncet, Cornelia Hagmann, Gregory Anton Lodygensky, Ernst Martin, Brigitte Koller, Alexandra Darqué, Hans Ulrich Bucher, Petra Susan Hüppi
Association Between Early Administration of High-Dose Erythropoietin in Preterm Infants and Brain MRI Abnormality at Term-Equivalent Age
JAMA 2014; August  27, 2014 , Vol 312, No. 8, doi:10.1001/jama.2014.9645

>>  Study of normal and abnormal brain development in high risk neonates with neuro-imaging

Quelle: pte

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