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Morbus Parkinson – Auswirkungen der Behandlung mit tiefer Hirnstimulation auf die langfristige Entwicklung

Tiefe Hirnstimulation (THS) im Bereich des Subthalamus ist mit einem reduzierten Sturzrisiko und einem verzögerten Auftreten von Psychosen bei Parkinson-Patienten assoziiert. THS wirkte allerdings nicht auf die langfristige Entwicklung von Demenz und beeinflusste nicht den Zeitpunkt, an dem ein Pflegeheim in Anspruch genommen werden muss. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie, die beim Kongress der European Academy of Neurology in Lissabon präsentiert wurde.

Tiefen Hirnstimulation (THS) im Bereich des Subthalamus kann bei Parkinson-Patienten positive Wirkungen auf eine Reihe von Komplikationen haben, die typischerweise im Krankheitsverlauf auftreten. Zu diesem Schluss kam eine an der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführte Untersuchung über die Langzeitwirkung von THS bei Parkinson-Patienten, die auf dem 4. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Lissabon präsentiert wurde.

„Langfristig eingesetzte THS im Bereich des Subthalamus war in unserer Kohorte von Parkinson-Patienten mit einem geringeren Risiko für häufig wiederkehrende Stürzen assoziiert als in der Gruppe herkömmlich behandelter Patienten. Auch das Einsetzen von psychotischen Symptomen ließ sich in dieser Studie durch diese Behandlung verzögern“, erklärt Dr. Philipp Mahlknecht (Innsbruck). Auf die Langzeitentwicklung von Demenz bei Parkinson-Patienten wirkte THS allerdings nicht positiv. Es ließ sich auch kein Beleg finden, dass mit THS behandelte Parkinson-Patienten später in einem Pflegeheim betreut werden müssen oder länger leben als solche, die diese Behandlung nicht erfahren haben.

THS wird, nach der medikamentösen Behandlung mit L-Dopa, als der zweite therapeutische Durchbruch in der Parkinson-Therapie betrachtet. Bei diesem Verfahren der Neurochirurgie, das auch als „Hirnschrittmacher“ geläufig ist, werden in bestimmten Gehirnarealen Elektroden implantiert, die mittels elektrischer Impulse die Funktion in den stimulierten Gehirnarealen verändern. Die Elektroden sind mit einem Stimulator verbunden, der im Brust- oder Bauchbereich unter die Haut implantiert wird. Die positiven Wirkungen von THS im Bereich des Subthalamus auf die motorischen Fähigkeiten von Parkinson-Patienten wurde in zahlreichen randomisierten, kontrollierten Studien belegt. Allerdings wurden die Auswirkungen des Verfahrens auf andere Meilensteine im Langzeitverlauf von Parkinson bislang noch nicht in kontrollierter Weise umfassend evaluiert. In dieser neuen Beobachtungstudie wurden mehr als 50 Patienten, die mit chronischer subthalmatischer tiefer Hirnstimulation behandelt worden waren, mit mehr als 50 Parkinson-Patienten ohne dieser Behandlung verglichen.

Quelle:
Mahlknecht P et al., Abstract 4th EAN Congress Lisbon 2018; TCLIN05
Pressestelle EAN Kongress, B&K Kommunikationsberatung

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