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Wissensquiz: ALK+ NSCLC

In diesem Quiz finden Sie 10 knifflige Fragen zum Thema ALK+ NSCLC. Testen Sie Ihr Wissen und matchen Sie sich mit Ihren Kollegen.

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1) Wann sollte ein Screening auf ein mögliches ALK-Rearrangement bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) im fortgeschrittenen Stadium durchgeführt werden?

  1. ein Screening sollte bei allen Patienten mit fortgeschrittenem NSCLCL und ALK-Rearrangement durchgeführt werden
  2. ein Screening sollte hauptsächlich bei definitiven Adenokarzinomen oder vorhandener Adenokarzinom-Komponente durchgeführt werden
  3. ein Screening sollte besonders bei jungen Patienten ohne Raucheranamnese durchgeführt werden
  4. ein Screening sollte besonders bei älteren Patienten mit Raucheranamnese durchgeführt werden.

Die Antworten A, B und C sind richtig. Der allgemeine Konsensus der ATLAS IALSC Guidelines lautet, dass ein Screening auf ALK-Rearrangements für alle Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, insbesondere bei Adenokarzinomen oder Adenokarzinom-Komponenten, durchgeführt werden sollte. Das Screening sollte zudem bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit anderen Histologien, insbesondere bei jungen Patienten ohne Raucheranamnese oder bei negativen Ergebnissen für EGFR- und KRAS- Mutationen durchgeführt werden (Quelle: Anon. ATLAS IALSC of ALK and ROS1 Testing Lung Cancer. 2nd edition; 2017)

2) Wie häufig wird ein ALK-Rearrangement bei Patienten mit NSCLC im Stadium IIIB/IV gefunden?

  1. in 3-7 % der Fälle
  2. in ca. 15 % der Fälle
  3. in ca. 50% der Fälle
  4. in über 90 % der Fälle

Antwort A ist richtig. Ein ALK-Rearrangement wird bei 3 bis 7 % der Patienten mit NSCLC im Stadium IIIB/IV gefunden; in vielen dieser Fälle besteht ein Adenokarzinom (Quelle: Barlesi F. et al.: Lancet 2016; 387:1415-1426)

3) Welche Verfahren werden heute zur Diagnose eines ALK-Rearrangements eingesetzt?

  1. Liquid biopsie
  2. Immunhistochemie
  3. Fluereszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH)
  4. Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktin (RT-PCR)

Die Antworten B, C und D sind richtig. Hinsichtlich des Auffindens eines ALK-Rearrangements wurden einige methodische Annäherungen durch Gewebe- oder Zellproben schrittweise entwickelt. Die Fluoreszenz-In-Situ-Hybridisierung (FISH) als hochsensibles Analyseverfahren, die Immunchemie, sowie molekularbiologische Annäherungen wie die RT-PCR (Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion) wurden zur Diagnose eines ALK-Rearrangements entwickelt. (Hofman P.: Cancers (Basel). 2017 Aug; 9(8):107)

4) Warum war die Prognose des fortgeschrittenen ALK+ NSCLC bis vor kurzem schlecht?

  1. aufgrund von schweren Nebenwirkungen der Standardchemotherapie
  2. aufgrund eines Mangels an Therapieoptionen
  3. aufgrund der hohen Rate an Resistenzen gegen die Standardchemotherapie
  4. aufgrund der häufig späten Diagnosestellung

Die Antworten A, B und C sind richtig. Die platinbasierte Chemotherapie war lange Zeit die relativ alternativlose Standardtherapie bei fortgeschrittenem NSCLC. Aufgrund von schweren Nebenwirkungen der Chemotherapie und der häufigen Entwicklung von Resistenzen blieb die Prognose des fortgeschrittenen NSCLC jedoch über lange Zeit schlecht (Quelle: Katsenos S. et al.: J Pharm Pract. 2012; 25:393-395).

5) Worin liegen die Vorteile der Behandlung des ALK+ NSCLC mit Tyrosinkinase-Inhibitoren im Vergleich zur Chemotherapie?

  1. in der Verfügbarkeit unterschiedlicher spezifischer ALK-Inhibitoren für mögliche vorliegende ALK-Mutationen
  2. in der Möglichkeit, ALK-Inhibitoren sequentiell anzuwenden
  3. in der Möglichkeit von Kombinationsbehandlungen, etwa mit Immuntherapien, bei ALK+ Patienten
  4. in der Möglichkeit, mittels Biopsie für jeden Patienten den idealen Tyrosinkinase-Inhibitor ermitteln zu können.

Die Antworten A und B und sind richtig. Die Identifikation von chromosomalen Translokationen des ALK-Gens und die Zulassungen von Crizotinib, Alectinib und Ceritinib haben die konventionelle Chemotherapie in der Erstlinie beim fortgeschrittenen ALK-positiven NSCLC verdrängt, was die tägliche Praxis in der Behandlung des Lungenkarzinoms komplett verändert hat. ALK-Inhibitoren lassen sich bei Resistenzentwicklung sequentiell anwenden. So sprechen viele Patienten nach Crizotinib, dem ALK-Inhibitor der ersten Generation, auf einen ALK-Inhibitor der zweiten Generation wie Alectinib oder Ceritinib an. Bei der Entscheidungsfindung, welcher ALK-Inhibitor angewendet werden soll, spielen ALK-Mutationen eine große Rolle (Quelle: Ziogas DC et al.: Ann Transl Med. 2018 Apr; 6(8):141).

6) Worauf ist bei der Behandlung mit ALK-Inhibitoren zu achten?

  1. auf die Verträglichkeit
  2. auf die Compliance
  3. auf eine mögliche schlechte Response
  4. auf die hohe Rezidivrate aufgrund von Resistenzmechanismen

Antwort D ist richtig. Trotz einer anfänglich günstigen Response auf die Behandlung kommt es in vielen Fällen zu einem Rückfall oder zur Krankheitsprogression aufgrund von Resistenzmechanismen, die hauptsächlich durch die Tyrosinkinase-Domäne von ALK verursacht werden (Quelle: Hofman P. et al.: Cancers (Basel). 2017 Aug; 9(8):107).

7) Was zählt zu den ALK-abhängigen Resistenzen?

  1. die primäre Resistenz
  2. sekundär erworbene Mutationen
  3. Genamplifikation
  4. Epithelial-zu-Mesenchymal-Transition (EMT)

Die Antworten A, B und C sind richtig. Die Epithelial-zu-Mesenchymal-Transition (EMT) zählt zu den ALK-unabhängigen Resistenzen. (Von Bubnoff et al.: Lancet 2002; 359:487-491)

8) Welche Mechanismen liegen der Resistenzentwicklung bei ALK-Inhibitoren zugrunde?

  1. die primäre Resistenz (ALK-abhängig)
  2. die sekundär erworbene Mutation (ALK-abhängig)
  3. die Epithelial-zu-Mesenchymal-Transition (EMT) (ALK-unabhängige Resistenz)
  4. die Mechanismen der Resistenzentwicklung wurden noch nicht untersucht

Die Antworten A, B und C sind richtig. Trotz der Effektivität bisher entwickelter ALK-Inhibitoren erreichen alle ALK-positiven NSCLC-Patienten unweigerlich den Punkt der Krankheitsprogression im Verlauf der Behandlung. Aktuell sind zwei Hauptmechanismen hinsichtlich Resistenzen bekannt: ALK-abhängige (primäre Resistenz, sekundär erworbene Mutationen, Genamplifikation) und ALK-unabhängige Resistenzen wie beispielsweise Epithelial-zu-Mesenchymal-Transition (EMT) (Quelle: Von Bubnoff et al.: Lancet 2002; 359:487-491).

9) Haben Patienten mit ALK+ NSCLC ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Gehirnmetastasen?

  1. nein, das Risiko ist vergleichbar mit anderen NSCLC-Subtypen
  2. ja, das Risiko betrifft rund 30 % der Patienten zur Zeit der Tumordiagnose
  3. ja, das Risiko betrifft rund 50 – 60 % der Patienten während – Crizotinib-Therapie
  4. ja, es besteht ein fast 100%iges Risiko für die Entwicklung von Gehirnmetastasen.

Die Antworten B und C sind richtig. Bei Patienten mit ALK-positiven NSCLC sollte ab Diagnosestellung auf das hohe Risiko für die Entwicklung einer ZNS-Erkrankung geachtet werden. Das Risiko betrifft rund 30 % der Patienten zur Zeit der Tumordiagnose und 50 – 60 % der Patienten unter Crizotinib-Therapie (Quelle: Rangachari D. et al.: Lung Cancer 2015; 88:108-11).

10) Gegen welche ALK-Mutationen der Tyrosinkinase-Domäne zeigt sich Brigatinib unter anderem aktiv?

  1. LL1196M
  2. E1210K
  3. G1202R
  4. Keine Aktivität bei ALK-Mutationen der Tyrosinkinase-Domäne

Die Antworten A, B und C sind richtig. Brigatinib ist ein ALK-Inhibitor der zweiten Generation, mit einer hohen Wirkungsweise gegen ALK und einige andere Targets. Brigatinib zeigt sich in vitro aktiv bei vielen ALK-Mutationen der Tyrosinkinase-Domäne wie L1196M, E1210K und G1202R. (Jain RK et al., Lung Cancer (Auckl). 2017 Oct 13;8:169-177)

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