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Webbasierte Weiterbildung mit Prof. Georg Stingl

Biologika bei Psoriasis: Lektionen aus Forschung und Klinikalltag

Prof. Georg Stingl, emeritiert an der Universitätsklinik für Dermatologie Wien, erläutert die Rolle von Biologika wie Ixekizumab (Taltz®) in der Behandlung der Psoriasis mittels Studien und Fallbeispielen aus seiner klinischen Praxis.

Prof. Stingl war stets beteiligt an der Forschung, die zur Entwicklung der heute eingesetzten Biologika geführt hat. Im Rahmen einer webbasierten Weiterbildung zu Ixekizumab (Taltz®) gibt er einen Überblick über wichtige Aspekte bei der Behandlung von Psoriasis. Aufgebaut in vier Modulen wird hier auf folgende Themen eingegangen: die Immunpathogenese der Psoriasis, Wirksamkeit und Sicherheit von biologischen Systemtherapien sowie die Wirkung bei Psoriasis an Problemstellen.

Kurzlebenslauf:

Univ.-Prof. Dr. Georg Stingl erlangte an der Universität Wien seine Promotion zum Dr. med. univ. und an der Universität Innsbruck seine Habilitation. Nach mehreren Forschungsaufenthalten am National Cancer Institute in Bethesday, Maryland, kehrte er nach Wien zurück, wo er von 1992 bis 2017 die Leitung der Klinischen Abteilung für Immundermatologie und Infektiöse Hautkrankheiten der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien innehatte. 2011 war er Präsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er ist Autor von über 400 naturwissenschaftlichen Veröffentlichungen und (Mit-)Herausgeber mehrerer wissenschaftlicher Journale. Sein Team ist federführend in der Erforschung der Pathogenese und neuer Behandlungsmöglichkeiten der Psoriasis.

Quellen
  1. Bonifati C et al., Clin Exp Dermatol. 1994; 19: 383–387
  2. Lee RE et al., Arch Dermatol. 1988; 124: 1811–1815
  3. Nickoloff BJ et al., Am J Pathol. 1999; 155: 145–158
  4. Lowes MA et al., J Invest Dermatol. 2008 May; 128(5): 1207–11
  5. Kim J et al., Dermatol Clin. 2015 Jan; 33(1): 13–23
  6. Kim J et al., Annu Rev Med. 2017 Jan 14; 68: 255–269
  7. Pathirana D et al., J Eur Acad Dermatol Venereol. 2009 Oct; 23 Suppl 2: 1–70
  8. Waldman SA et al., Biomark Med. 2009 Dec; 3(6): 679–84
  9. Leonardi CL et al., N Engl J Med. 2003 Nov 20; 349(21): 2014–22
  10. Papp KA et al., Lancet. 2008 May 17; 371(9625): 1675–84
  11. Leonardi CL et al., N Engl J Med. 2012 Mar 29; 366(13): 1190–9
  12. Loos AM et al., J Am Acad Dermatol. 2018; 79: 135–144.e7
  13. Warren et al., Br J Dermatol 2018; 178: 1064–1071
  14. Mease PJ et al., Ann Rheum Dis. 2017; 76(1): 79–87
  15. Zhang Z et al., BMJ Open. 2017 Mar 22; 7(3): e012567
  16. Reich K et al., J Am Acad Dermatol. 2017 Mar; 76(3): 441–448.e2
  17. Hohenberger M et al., J Dermatolog Treat. 2018 Feb; 29(1): 13–18
  18. Reich K et al., J Dermatolog Treat. 2017; 28: 282–287
  19. van de Kerkhof P et al., J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017; 31: 477–482
  20. Ryan C et al., Br J Dermatol. 2018; bjd.16736

Weitere Informationen zum Thema Ixekizumab (Taltz®) finden Sie unter www.taltz.at.

PP-IX-AT-0496 Stand November 2018

Immunpathogenese der Psoriasis

Die ersten Biologika, die erfolgreich zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt wurden, waren die TNF-α-Antagonisten, die aus Forschungsarbeiten zur Immunpathologie der Erkrankung aus den 1990er Jahren hervorgingen. Damals war beobachtet worden, dass die Haut von Psoriatikern höhere TNF-α-Spiegel als die Haut von Gesunden aufwies.1 Zu einer ähnlichen Zeit erschienen auch die ersten Berichte über die essenzielle Funktion der T-Lymphozyten in der Entstehung der Psoriasis.2,3

In den letzten zehn Jahren stellte sich heraus, dass vor allem das Subset der Th17-Zellen bei der Pathogenese der Psoriasis eine Rolle spielt, das die Zytokine IL-17A und IL-17F produziert.4 IL-17A und IL-17F binden gleichermaßen, wie auch alle anderen Mitglieder der IL-17-Familie, an den IL-17-Rezeptor A. Dieser ist auf einer Vielfalt menschlicher Zellen vorhanden, wie auf Gefäßzellen, Fibroblasten, Keratinozyten, Makrophagen und anderen Zellen des Immunsystems.  Ein weiteres Zytokin, das von Th17-Zellen produziert wird, ist IL-22. An Keratinozyten führt es zur Hyperproliferation und Dedifferenzierung, typische Eigenschaften der psoriatischen Oberhaut.5,6

Teil 2

Wirksamkeit systemischer Therapien

Während sich bei Patienten mit leichter Psoriasis die Läsionen meist mit einer Lokaltherapie gut eindämmen lassen, sollten bei Patienten mit moderater bis schwerer Erkrankung systemische Therapien angewendet werden. Dabei unterscheidet man zwischen klassischen systemischen Therapien, in die chemische Wirkstoffe aus der Klasse der Immunsuppressiva wie Cyclosporin A oder Methotrexat fallen, aber auch Fumarate oder Phototherapie.7 Im Gegensatz dazu sind Biologika Eiweißkörper, die gegen bestimmte, an der Pathogenese der Psoriasis beteiligte, Moleküle gerichtet sind, wie TNF-α oder Moleküle der IL-17/IL-23 Achse (IL-17A, IL-17F, IL-22, IL-23).

Der Erfolg einer antipsoriatischen Therapie kann mittels unterschiedlicher Scoring-Systeme gemessen werden, wie dem Psoriasis Area and Severity Index (PASI), mit dem Schwere und Stärke der Gewebsentzündung gemessen werden.7,8 In den letzten zwanzig Jahren ist ein Wandel in der Wahrnehmung der Therapieziele eingetreten: Als um das Jahr 2000 die TNF-α-Antagonisten verfügbar wurden, wurde das Erreichen eines PASI 75 als klinisch signifikantes Ansprechen beurteilt.9 Die Entwicklungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der Biologika ermöglichen heute mehr und mehr das Erreichen einer Beinahe-Erscheinungsfreiheit (PASI 90)10, und weitere aktuelle Fortschritte deuten darauf hin, dass sich die Messlatte derzeit realistisch zum PASI 100 und damit der kompletten Erscheinungsfreiheit verschiebt.11

Das breite Spektrum der mittlerweile für die Psoriasis verfügbaren Biologika wurde in einer rezenten Metaanalyse verglichen. Zwei Substanzen erreichten dabei Spitzenwerte: Ein Antikörper gegen IL-17A (Ixekizumab) sowie gegen den IL-17-Rezeptor A (Brodalumab). Auch Infliximab (TNF-α-Antagonist) erreichte gute Werte.12 Auch in einer vergleichenden Analyse zwischen den zwei Anti-IL-17A-Antikörpern Ixekizumab und Secukinumab zeigte sich eine Verbesserung des PASI90 und 100 in der Woche 12 zugunsten von Ixekizumab.13 Da IL-17 auch bei der Entstehung der psoriatischen Gelenksbeteiligung (Psoriasis-Arthritis) wichtig ist, war Ixekizumab auch hier dem bisherigen Goldstandard der TNF-α-Antagonisten überlegen.14

Teil 3

Sicherheit systemischer Therapien

Da die Psoriasis eine chronische Erkrankung ist, werden Patienten oft jahrzehntelang behandelt. Die Sicherheit der angewendeten Wirkstoffe spielt daher eine große Rolle. Klassische systemische Therapien verursachen häufig typische Toxizitäten für chemische Agenzien, wie zum Beispiel Leberschäden. Bei Biologika sind dagegen eher Nebenwirkungen aufgrund der Niederregulierung jener Moleküle zu erwarten, die auch für die Pathogenese der Psoriasis verantwortlich sind. Berichte über TNF-α-Antagonisten zeigen etwa immer wieder eine Reaktivierung latenter Tuberkulosen durch die medikamentöse Unterdrückung der die Infektion in Schach haltenden Entzündung.15 Bei Patienten mit einer solchen Erkrankung sollte man daher mit der Verwendung von Biologika vorsichtig sein. Biologika können zwar bei Patienten mit latenten Tuberkulosen angewendet werden, es sollte aber nur mit großer Vorsicht geschehen, und eine parallele Behandlung mit Tuberkulostatika sollte stattfinden. Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa) sind TNF-α-Antagonisten hingegen kein Problem16 – Antikörper gegen IL-17 oder den IL-17-Rezeptor haben sich bei ihnen jedoch noch nicht bewährt17 und sollten nur vorsichtig verwendet werden.

Teil 4

Systemische Therapien bei Psoriasis an Problemstellen

Psoriasis kann auch an Problemstellen wie der Kopfhaut, an den Nägeln sowie im Achsel- und Genitalbereich auftreten. In Studien zeigte sich die Überlegenheit von Ixekizumab gegenüber dem TNF-α-Antagonisten Etanercept an der Kopfhaut18 und an den Nägeln19. Auch im Genitalbereich zeigte Ixekizumab überlegene Wirkung gegenüber Placebo.20

Kurzfachinformation

▼Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen, siehe Abschnitt 4.8. der Fachinformation.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS: Taltz 80 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze (in einem Fertigpen). 2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Fertigspritze (jeder Fertigpen) enthält 80 mg Ixekizumab in 1 ml Lösung. Ixekizumab ist ein rekombinanter, humanisierter, in CHO-Zellen produzierter monoklonaler Antikörper. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1. 4.1 Anwendungsgebiete: Plaque-Psoriasis Taltz ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. Psoriasis-Arthritis: Taltz, allein oder in Kombination mit Methotrexat, ist angezeigt für die Behandlung erwachsener Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis, die unzureichend auf eine oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARD) angesprochen oder diese nicht vertragen haben (siehe Abschnitt 5.1). 4.3 Gegenanzeigen: Schwerwiegende Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Klinisch relevante aktive Infektionen (z. B. aktive Tuberkulose, siehe Abschnitt 4.4). Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Interleukin-Inhibitoren, ATC-Code: L04AC13. 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile: Natriumcitrat, Zitronensäure (wasserfrei), Natriumchlorid, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke 7. INHABER DER ZULASSUNG: Eli Lilly Nederland B.V., Papendorpseweg 83, 3528 BJ Utrecht, Niederlande. NR, Apothekenpflichtig Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand: Jänner 2018

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