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Medikationsmanagement: Der bunte Hund unter den Taktgebern

MM Kurs Teil 58

MEDIKATIONSMANAGEMENT – Teil 58 - Amiodaron ist das häufigst verordnete Antiarrhythmikum. Es ist gut wirksam, aber in Bezug auf sein Sicherheitsprofil nicht unproblematisch.

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Medikationsmanagement: Der bunte Hund unter den Taktgebern

Amiodaron ist das häufigst verordnete Antiarrhythmikum. Es ist gut wirksam, aber in Bezug auf sein Sicherheitsprofil nicht unproblematisch.

Amiodaron ist ein Kaliumkanal-Blocker und damit ein Klasse-III-Antiarrhythmikum.  Zusätzlich besitzt der Arzneistoff allerdings auch natrium- und calciumkanalinhibierende Wirkung, blockiert die Betarezeptoren und erweitert über eine Alpharezeptorenblockade die Koronararterien.

Daraus resultiert eine erwünschte Verlängerung der Repolarisation und eine Senkung der Herzfrequenz – und das ohne nennens-werten Einfluss auf Leitungsgeschwindigkeit und Schlagkraft des Herzens: All diese Eigenschaften machen Amiodaron zu einem wertvollen Mittel gegen Herzrhythmusstörungen bei verschiedenen Formen von ventrikulären und supraventrikulären Arrhythmien.

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

Frau S., 78 Jahre, fühlt sich heute sehr müde und schlapp und möchte ein Mittel gegen starken Durchfall kaufen,pillerot
der bereits drei Tage andauert. Sie erzählt, dass sie diesen durch ein Antibiotikum bekommen hätte und zeigt Ihnen
die angebrochene Packung:

Clarithromycin 500 mg, beschriftet mit 1-0-1 für 7 Tage.

Zusätzlich möchte sie ein Rezept für einige ihrer Dauermedikamente
einlösen:

Sedacoron® 200 mg 1-0-0

Acemin® 5 mg 0-0-1

Thrombo ASS® 100 mg 0-1-0

Simvastatin 80 mg 0-0-1

Frage: Welche Gefahren drohen der Kundin? Was könnte an der
Dauermedikation verbessert werden?

Hinweis: Die im MM-Fall und der Auflösung genannten Fertigarzneimittel hat das MM-Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Zur Auflösung

Fallauflösung

Starke Diarrhöen können durch den entstehenden Elektrolytverlust eine Hypokaliämie begünstigen.pillegruen

▶ Hypokaliämien wiederum können QT-Verlängerung begünstigen. Dies gilt ebenso für das Makrolid Clarithromycin.

▶ Die Patientin nimmt Amiodaron als Dauermedikament, dieser Wirkstoff sollte nicht mit QT-verlängernden Medikamenten/Risikofaktoren kombiniert werden.

▶ Simvastatin darf mit Amiodaron in einer maximalen TD von 20 mg
kombiniert werden.

Vorgehen: Da die Patientin starken und langanhaltenden Durchfall beschreibt, im fortgeschrittenen Alter ist und eine Hypokaliämie mit ihrer Dauermedikation QT-Verlängerung Vorschub leisten könnte, ist der Arzt einzuschalten.

Empfehlenswert wäre der Wechsel auf ein anderes Antibiotikum ohne QT-verlängernde Effekte, die Umstellung von Simvastatin auf ein nicht interagierendes Statin in äquivalenter Dosierung und die ärztlich kontrollierte Behandlung der starken Diarrhö.

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