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Medikationsmanagement: Der neuropathische Schmerz

MM Kurs Teil 47

MEDIKATIONSMANAGEMENT – Teil 47 - Eine Schmerzreduktion um 30–50 Prozent ist bei neuropathischem Schmerz realistisch. Diese kann nur mit gezieltem und individuellem Einsatz von Co-Analgetika erreicht werden.

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Medikationsmanagement: Der neuropathische Schmerz

Eine Schmerzreduktion um 30–50 Prozent ist bei neuropathischem Schmerz realistisch. Diese kann nur mit gezieltem und individuellem Einsatz von Co-Analgetika erreicht werden.

Neuropathische Schmerzen betreffen etwa sechs bis sieben Prozent der Bevölkerung. Im Gegensatz zu „gewöhnlichen“ nozizeptiven Schmerzen werden sie nicht durch eine Erregung der Nozizeptoren in der Peripherie verursacht, sondern durch Verletzungen des eigentlichen Nervenparenchyms und unphysiologischen Erregungen an der Läsionsstelle, wodurch der Nerv selbst zur Schmerzquelle wird.

Typische Erkrankungen mit neuropathischen Schmerzen sind Engpass-Syndrome (Kompression der Nerven z.B. im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls oder beim Karpaltunnelsyndrom), die diabetische, ischämische oder alkoholtoxische Neuropathie, Infektionen mit neurotropen Erregern (Postzosterneuralgie) sowie Traumen mit Nervenbeteiligung. Auch die Trigeminusneuralgie und die nach Amputationen zu beobachtenden Phantomschmerzen gehören zu den neuropathischen Schmerzen.

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

Herr A., 52 Jahre, leidet schon des Längeren unter einer schmerzhaften diabetischen Polyneuropathie. Der Neurologepillerot hat ihm dafür Cymbalta® 30 mg verordnet. Nach 14 Tagen wäre ein weiterer Termin mit dem Arzt geplant gewesen, den Herr A. aber nicht wahrgenommen hat. Stattdessen hat er sich mit seinem Hausarzt besprochen, der ihm retardiertes Tramadol für die Schmerzen verordnet hat.

Herr A. ist aufgrund seiner Schmerzen in sehr gedrückter Stimmung, er bringt heute eine halbleere Packung Nikotinkaugummis zur

Entsorgung in die Apotheke zurück und erzählt, dass er vor einiger Zeit wieder mit dem Rauchen angefangen hat, denn mit den Schmerzen konnte er den Zigaretten nicht widerstehen. Außerdem hat er das Gefühl, dass ihm der Neurologe ein unwirksames Medikament verordnet hat, denn die Schmerzen sind nicht besser geworden. Dafür fühlt er sich zunehmend unwohl, zittrig und schwitzt.

Frage: Welche Beratungshinweise sind sinnvoll?

Hinweis: Die im MM-Fall und der Auflösung genannten Fertigarzneimittel hat das MM-Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Zur Auflösung

Fallauflösung

Da 30 mg lediglich der Startdosis für Duloxetin entsprechen, ist davon auszugehen, dass in weiterer Folge noch aufpillegrueneine wirksame Dosis gesteigerthätte werden sollen. Zusätzlich ist zu bedenken, dass Herr A. Raucher ist und daher von
vornherein eine höhere Dosis zu veranschlagen ist. Die mangelnde Wirksamkeit ist vor diesem Hintergrund verständlich.

▶ Duloxetin hemmt außerdem die CYP 2D6. Es ist daher möglich, dass Tramadol nureingeschränkt wirkt, da es nicht optimal in die aktive Wirkform überführt wird.

Zusätzlich können durch diese Kombination verstärkt serotonerge Nebenwirkungen auftreten, die Befindlichkeitsstörungen von Herrn A. lassen sich möglicherweise darauf zurückführen.

Empfehlung: Eine weitere Absprache mit dem Facharzt ist ratsam.

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