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Medikationsmanagement: Statin ist nicht gleich Statin

MM Kurs Teil 34

MEDIKATIONSMANAGEMENT – Teil 34- Bei der Beratung von Patienten mit Dyslipidämien ist auf relevante Wechselwirkungen zu achten und es braucht ein wachsames Auge bei Hochdosierungen.

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Medikationsmanagement: Statin ist nicht gleich Statin

Bei der Beratung von Patienten mit Dyslipidämien ist auf relevante Wechselwirkungen zu achten und es braucht ein wachsames Auge bei Hochdosierungen.

Mit Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pravastatin, Rosuvastatin und Simvastatin befinden sich derzeit sechs Statine auf dem österreichischen Markt. Ihr Wirkmechanismus besteht in der spezifischen Hemmung der HMG-CoA-Reduktase, die einen frühen und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Cholesterinbiosynthese, der Umwandlung von HMG CoA zu Mevalonat, katalysiert. Neben dem Haupteffekt, der Senkung des LDL, kommt es unter Statinen, zusätzlich zur Abnahme der LDL-Vorstufe VLDL sowie von Apolipoprotein B, zu einer moderaten Absenkung der Triglyceride und einem moderaten HDL-Anstieg.
Zusätzlich sind pleiotrope Effekte der Statine beschrieben, z.B. entzündungshemmende und immunmodulatorische Wirkungen sowie eine Verbesserung der endothelialen Dysfunktion (Verlangsamung der Arteriosklerose, Stabilisierung von Plaques).

Individuelle Risikoreduktion

Die aktuellen Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften, konkret der European Society of Cardiology (ESC) und der European Atherosclerosis Society (EAS), empfehlen die Therapieentscheidung am individuellen Gesamt­risiko des Patienten zu orientieren. Zur Klassifizierung wird eine Reihe von Faktoren herangezogen, z.B. Alter, Geschlecht, Rauchverhalten, bewegungsarme Lebensweise, abdominelle Adipositas und Komorbiditäten wie Bluthochdruck, manifeste oder subklinische Arteriosklerose, Diabetes, eingeschränkte Nierenfunktion sowie eine familiäre Prädisposition. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren erfolgt die Einteilung in vier Risikokategorien.
Primäres Therapieziel bleibt – da auch in den meisten Studien mit lipidsenkenden Substanzen so definiert – die Senkung des LDL-C. Der angestrebte Wert richtet sich dabei nach der Risikokategorie:

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

Frau M., 68 Jahre, möchte aufgrund eines Zeitungsartikels ein Präparat mit rotem Hefereis (Rotschimmelreis) kaufen.

Ihre Dauermedikation:

Simvastatin 40 mg 1-0-0
Quantalan® Plv. (Colestyramin) 1-0-1
Thrombo ASS® 100 mg (Acetylsalicylsäure) 0-1-0
Amlodipin 5 mg 1-0-1
Trittico® 150 mg (Trazodonhydrochlorid) 0-0-1
Nomexor® 5 mg (Nebivolol) 1-0-1

Frage: Was kann der Kundin geraten werden (auch bezüglich der Dauermedikation)?

Hinweis: Die im MM-Fall und der Auflösung genannten Fertigarzneimittel hat das Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Zur Auflösung

Fallauflösung

pillegruen

▶ Die zusätzliche Anwendung von rotem Hefereis ist zu vermeiden, da die Kundin bereits ein Statin einnimmt.
▶ An der Dauermedikation fällt auf, dass Simvastatin trotz seiner kurzen Eliminationshalbwertszeit von 2 h morgens eingenommen wird anstatt abends. Der erforderliche Einnahmeabstand zu Colestyramin ist zu hinterfragen.
▶ Zum moderaten CYP3A4-Inhibitor Amlodipin dürften maximal 20 mg Simvastatin kombiniert werden, da es sonst zu einer erhöhten Simvastatinexposition mit verstärkten Nebenwirkungen wie z.B. Rhabdomyolysegefahr kommen kann. Diesbezüglich sollte mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden.

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