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Medikationsmanagement: Altbewährte Antidiabetika im Fokus

MM Kurs Teil 23

Metformin ist heute Erstlinientherapie bei normal- und übergewichtigen Typ-2-Diabetikern, auch bei moderater Niereninsuffizienz. In Kombination mit anderen oralen Antidiabetika ist auf Interaktionen zu achten.

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Medikationsmanagement: Altbewährte Antidiabetika im Fokus

Metformin ist heute Erstlinientherapie bei normal- und übergewichtigen Typ-2-Diabetikern, auch bei moderater Niereninsuffizienz. In Kombination mit anderen oralen Antidiabetika ist auf Interaktionen zu achten.

Für Patienten, die zum ersten Mal mit der Diagnose Diabetes oder Prädiabetes konfrontiert werden, ist es wichtig, eine grundsätzliche Beratung zum Thema Lifestyle-Modifikation zu erhalten: Durch Änderungen der Lebensweise kann in vielen Fällen die Progression vom Prädiabetes zum Diabetes vermieden werden, auch bleibt sie unter antidiabetischer Pharmakotherapie ein wichtiger Eckpfeiler der Behandlung. Die Beratung sollte folgende Punkte umfassen:

  • Gewichtsabnahme und Ernährungsumstellung (z.B. Reduktion der Gesamtkalorienmenge, Einschränkung der Zufuhr an gesättigten Fettsäuren und kurzkettigen Kohlenhydraten)
  • Änderung des Bewegungsverhaltens
  • Stressmanagement
  • Motivation zur konsequenten Überwachung und Pharmakotherapie begleitender Erkrankungen im Rahmen des metabolischen Syndroms wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Gerinnungsstörungen

Mittel der Wahl zur Ersteinstellung

In der medikamentösen Diabetestherapie wird heute zur Ersteinstellung von Typ-2-Diabetikern Metformin als Mittel der 1. Wahl empfohlen. Lediglich bei symptomatischen Patienten oder sehr hohen HbA1C
-Werten (> 7,5 %) wird von Anfang an Insulin in Kombination mit Metformin verwendet.
Bei Patienten, die nach 3–6 Monaten Metformin-Therapie ihr HbA1C
-Ziel nicht erreichen, kann Metformin mit einem weiteren oralen Antidiabetikum, GLP-1-Rezeptor-Agonist/Inkretinmimetika, oder Insulin kombiniert werden.
Metformin hat in den letzten Jahren eine Aufwertung erfahren: Galt es früher aufgrund seines fehlenden Einflusses hinsichtlich Gewichtszunahme nur bei übergewichtigen Patienten als Mittel der 1. Wahl, so wird es heute auch bei normalgewichtigen Diabetikern zur Erst­einstellung empfohlen. Es ist sogar möglich, dass Patienten unter Metformin Gewicht verlieren, was sich auf die Erkrankung und andere internistische Parameter äußerst günstig auswirkt.
Im Gegensatz zu Metformin können Sulfonylharnstoffe zu deutlicher Gewichtszunahme führen, was für die Progession der Erkrankung äußerst ungünstig ist (negativer Einfluss der Adipositas auf die Insulinresistenz und andere Erkrankungen im Rahmen des metabolischen Syndroms).
Ein weiterer Vorteil von Metformin liegt in seinem fast fehlenden Hypoglykämierisiko. Dies ist darin begründet, dass das Biguanid nicht zu den Substanzen gehört, die die Insulin­sekretion stimulieren (wie die sog. insulinotropen Antidiabetika, z.B. Sulfonylharnstoffe und Glinide), sondern seinen blutzuckersenkenden Effekt auf anderen Wegen entfaltet. Metformin vermindert etwa die Gluconeogenese in der Leber und die Glycogenolyse, fördert die Glucoseaufnahme in Muskel- und Fettgewebe, vermindert die Glucoseaufnahme im Darm und besitzt zusätzlich antiatherogene Wirkung durch lipidsenkende Effekte.
Neuere Studiendaten weisen auf verlängerte Überlebenszeiten von Metforminpatienten gegenüber Diabetikern unter Sulfonylharnstofftherapie hin. Eine ausreichende Compliance zur Metformintherapie herzustellen, wäre also für den Diabetespatienten überaus wünschenswert. Probleme ergeben sich jedoch häufig bereits am Anfang der Therapie: Etwa ein Drittel der Patienten entwickelt gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Druckgefühl, Flatulenz, Bauchschmerzen, Appetitverlust und Durchfall, was in vielen Fällen zum Therapieabbruch führt.

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