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Medikationsmanagement: PPI: Säureblocker für den Magen

MM Kurs Teil 19

SERIE MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 19 - Protonenpumpenhemmer hemmen sehr effektiv die Magensäuresekretion, sie finden daher breiten Einsatz. Beratungsbedarf besteht in puncto Interaktionen und Selbstmedikation.

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Medikationsmanagement: PPI: Säureblocker für den Magen

Protonenpumpenhemmer hemmen sehr effektiv die Magensäuresekretion, sie finden daher breiten Einsatz. Beratungsbedarf besteht in puncto Interaktionen und Selbstmedikation.

Mit Lansoprazol, Rabeprazol, Esomeprazol, Omeprazol und Pantoprazol befinden sich derzeit fünf Protonenpumpeninhibitoren auf dem österreichischen Markt. Die beiden Letzteren sind auch rezeptfrei erhältlich und können zur kurzzeitigen Behandlung von Refluxsymptomen angewendet werden (ohne ärztliche Konsultation: Pantoprazol max. 4 Wochen, Omeprazol max. 2 Wochen).

Einnahme der PPI

Alle fünf Benzimidazolderivate stellen Prodrugs dar: Erst nachdem sie aus dem Blut in die Belegzellen (Parietalzellen) der Magenschleimhaut gelangt sind, werden sie im sauren Milieu der Canaliculi der Belegzellen durch Protonierung aktiviert. Der Arzneistoff bindet kovalent an die Protonenpumpe und hemmt dadurch irreversibel die Funktion der H+/Kalium+-ATPase, Protonen im Austausch gegen Kalium ins Magenlumen zu pumpen. Für die Wirkung ist es daher erforderlich, dass die Substanzen über den systemischen Kreislauf zu den Belegzellen des Magens gelangen und nicht durch Kontakt mit der Magensäure vorzeitig aktiviert werden. Aus diesem Grund müssen alle PPI in magensaftresistenter Form verabreicht werden. Dafür sind verschiedenste galenische Formen gebräuchlich:

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

pillerot

Herr V., 69 Jahre, raucht 30 Zigaretten pro Tag. Gegen seine Gonarthroseschmerzen nimmt er auf ärztliche Verordnung seit längerem Diclofenac 100 mg retard 2 x täglich ein.
Aktuell ist ihm aufgrund einer depressiven Episode zusätzlich Citalopram 10 mg 1 x täglich verschrieben worden.
Die restliche Dauermedikation: Amlodipin 10 mg 1 x täglich.

Frage: Wie kann diese Therapie optimiert werden?

Hinweis: Die im MM-Fall und der Auflösung genannten Fertigarzneimittel hat das Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Zur Auflösung

Fallauflösung

pillegruen

  • Die Diclofenac-Dosierung überschreitet die in der Fachinformation angegebene Tagesdosis von 150 mg und sollte daher mit dem Arzt  abgeklärt werden.
  • Außerdem sollte Diclofenac aufgrund eines erhöhten Risikos  arterieller thrombotischer Ereignisse bei Patienten mit signifikanten  Risikofaktoren für kardiovasku­läre Ereignisse (z.B. Hypertonie, Hyperlipidämie, Diabetes mellitus, Rauchen) nur nach sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden. Bei allen Patienten sollte die niedrigste wirksame Dosis über den kürzesten zur Symptom­kontrolle erforderlichen Zeitraum angewendet werden.
  • Mit einem Alter über 65, einer hohen NSAR-Dosis und paralleler SSRI-Einnahme weist der Kunde mehrere Risikofaktoren auf, die die Anwendung eines Magenschutzes notwendig machen.

Empfehlung: Neben dem Rat zur Einnahme eines Protonenpumpeninhibitors (z.B. 20 mg Pantoprazol) sollte auch die NSAR-Therapie adaptiert werden.

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