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Medikationsmanagement: DOAK – neue Wege in der Antikoagulation

MM Kurs Teil 10

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 10 - Mit Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) und Apixaban (Eliquis®) sind derzeit drei direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) auf dem österreichischen Markt. Zwei weitere Wirkstoffe befinden sich in der Pipeline.

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Medikationsmanagement: DOAK – neue Wege in der Antikoagulation

Mit Dabigatran (Pradaxa®), Rivaroxaban (Xarelto®) und Apixaban (Eliquis®) sind derzeit drei direkte orale Antikoagulanzien (DOAK) auf dem österreichischen Markt. Zwei weitere Wirkstoffe befinden sich in der Pipeline. 

Während Cumarine (Marcoumar®, Sintrom®) ins Gerinnungssystem eingreifen, indem sie die zur Aktivierung plasmatischer Gerinnungsfaktoren notwendigen Vitamin-K-abhängigen Enzyme hemmen, wird bei den direkten oralen Antikoagulanzien (DOAK, Synonym: NOAK = neue orale Antikoagulanzien) die antikoagulatorische Wirkung durch die direkte Inhibition bestimmter Gerinnungsfaktoren erzielt. Derzeit sind drei direkte DOAK auf dem österreichischen Markt:

  • Dabigatran (Pradaxa®) ist ein direkter Thrombin-Inhibitor (Faktor IIa),
  • Rivaroxaban (Xarelto®) und Apixaban (Eliquis®) hemmen beide den Faktor Xa.  Zwei weitere Wirkstoffe befinden sich in der Pipeline.

DOAK vs. Cumarine: Blutungskomplikationen

Eine bedeutende Verbesserung liegt darin, dass intrazerebrale Blutungen unter den DOAK signifikant seltener auftreten als unter Cumarinen.  Blutungskomplikationen wie Hautblutungen, Nasenbluten und die gefürchteten gastrointestinalen Blutungen sind hier aber natürlich genauso möglich. Während bei den Vitamin K Antagonisten in solchen Fällen grundsätzlich die Antagonisierung mittels Vitamin-K-Gabe möglich ist, sind spezifische Antidote für die DOAK derzeit erst in Entwicklung. Ihre Markteinführung wird allerdings bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre erwartet.

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

Ein Kunde möchte folgende Rezepte einlösen:

Rp. Xarelto® 20 mg 1-0-0
Dg: Vorhofflimmern
Rp. Clarithromycin 500 mg 1-0-1 für 7 Tage

Sie wissen, dass der Patient unter Morbus Crohn leidet und schon mehrmals wegen massiver Durchfälle und Darmblutungen stationär aufgenommen war.
Frage: Welche Problematik könnte entstehen? Wie ist vorzugehen?

Hinweis: Die im MM-Fall und der Auflösung genannten Fertigarzneimittel hat das Lecture-Board beispielhaft und wertfrei für die enthaltenen Wirkstoffe bzw. -kombinationen ausgewählt. Die genannten Produkte stehen damit für alle vergleichbaren Präparate.

Zur Auflösung

Fallauflösung

pillegruen

Rivaroxaban (Xarelto®) wird stark über CYP 3A4 metabolisiert.  Bei paralleler Gabe des CYP3A4- Inhibitors Clarithromycin ist es daher möglich, dass der Rivaroxaban-Blutspiegel ansteigt und die Blutungsneigung verstärkt. Dies ist im vorliegenden Fall umso bedenklicher, als dass der Patient aufgrund seiner Vorgeschichte ohnehin schon ein erhöhtes Risiko für gastrointestinale  Blutungen hat.

Empfehlung: Die Problematik muss mit dem Arzt besprochen werden, eine mögliche ärztliche Vorgangsweise wäre die Umstellung auf ein anderes  Antibiotikum wie Azithromycin, das nicht mit dem DOAK interagiert.

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