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Medikationsmanagement: Achtung, Serotoninsyndrom!

MM Kurs Teil 3

MEDIKATIONSMANAGEMENT – TEIL 3
Unruhe, Tremor und Herzrasen können Anzeichen eines Serotoninüberangebots sein. Hier ist ein Check auf serotonerg wirksame Medikamente notwendig, denn ein Serotoninsyndrom kann tödlich enden.

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Medikationsmanagement: Achtung, Serotoninsyndrom!

Unruhe, Tremor und Herzrasen können Anzeichen eines Serotoninüberangebots sein. Hier ist ein Check auf serotonerg wirksame Medikamente notwendig, denn ein Serotoninsyndrom kann tödlich enden.

Der  zu  den  Monoaminen gehörige Neurotransmitter Serotonin  (5-Hydroxytryptamin) entwickelt  im ZNS vielfältige Wirkungen: Neben der Beeinflussung von Stimmung und Aufmerksamkeit unterliegen auch Appetit, Schlaf-Wach-Rhythmus, Thermoregulation, Schmerzverarbeitung  und Sexualverhalten seiner Steuerung. 90  Prozent des körpereigenen Serotonins  befinden  sich jedoch  in der Peripherie: Das im vegetativen Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Blut vorhandene Serotonin ist maßgeblich an der Regulation der gastrointestinalen  Peristaltik, der Blutgerinnung und  des  Tonus  der Blutgefäße beteiligt. Während das im ZNS benötigte Serotonin in den hinteren Raphekernen des Gehirns gebildet wird, stammt das Serotonin  für die Peripherie  zum überwiegenden Teil aus den enterochromaffinen Zellen des Darms.

Serotoninsyndrom mit typischer Symptomtrias

Diverse Pharmaka  aus unterschiedlichen Wirkstoffgruppen besitzen pharmakologische Angriffspunkte am serotonergen System und können daher zu einer Erhöhung des Serotoninspiegels beitragen. Monotherapien in üblichen Dosierungen sind dabei meist unproblematisch, das Risiko erhöht sich jedoch massiv bei der Kombination mehrerer serotoninwirksamer Substanzen. Da die Sensitivität auf die verstärkte  Serotoninwirkung individuell sehr unterschiedlich ist, können manche Patienten symptomlos  bleiben, während es bei anderen zu starken klinischen  Ausprägungen kommt. Von   einem   Serotoninsyndrom spricht man, wenn mindestens drei der folgenden Symptome vorliegen:

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Test

Fallbeispiel aus der Apotheke

pillerot

Frau L. (Heimbewohnerin, 65a, übergewichtig) leidet unter schweren chronischen Schmerzen und hat daher vor Kurzem Fentanyl 50 µg/h Pflaster verordnet bekommen. Wir wissen von ihr, dass sie Typ-2-Diabetes, Hypercholesterinämie, Hypertonie und Schlafprobleme hat.
Außerdem wird sie wegen ihrer Depressionen schon länger vom Psychiater behandelt.
Beim Besuch in der Apotheke ist sie sehr unruhig, schwitzt stark, klagt über Übelkeit und Zittern der Hände. Wir messen den Blutdruck und stellen einen Wert von 171/115 mmHg fest.

Zur Auflösung

Fallauflösung

pillegruen

Frau L. leidet unter einem Serotoninsyndrom, ausgelöst durch eine Kombination von Fluoxetin, Saroten® (Amitriptylin) und Fentanyl. Alle drei Wirkstoffe hemmen die Serotonin- Wieder­aufnahme aus dem synap­tischen Spalt und erhöhen so die Serotoninkonzentration.

Weiteres Vorgehen: Wir kontaktieren daher den Arzt von Frau L. Unser Vorschlag wäre, Fentanyl durch Hydal® ret. 2 mg (1-0-1) zu ersetzen, da bei Hydromorphon die Gefahr eines Serotoninsyndroms kaum gegeben ist, und Saroten® in Abstimmung mit dem Psychiater abzusetzen.

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