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DFP Literaturstudium: Schwangerschaft und Rheuma

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In der Vergangenheit verzichteten viele junge Frauen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen aufgrund der oft hochaktiven Grunderkrankung auf die Verwirklichung eines Kinderwunsches. Heute, in Zeiten der Biologika-Therapie und der zahlreichen Möglichkeiten, eine Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen, ergeben sich für Betroffene neue Perspektiven.
(CliniCum 7-8/2018)

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DFP Punkte
2
Fortbildungs-ID
622186
Fortbildungsanbieter
Medizinische Universität Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin III, Klinische Abteilung für Rheumatologie

DFP Literaturstudium: Schwangerschaft und Rheuma

In der Vergangenheit verzichteten viele junge Frauen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen aufgrund der oft hochaktiven Grunderkrankung auf die Verwirklichung eines Kinderwunsches. Heute, in Zeiten der Biologika-Therapie und der zahlreichen Möglichkeiten, eine Remission oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen, ergeben sich für Betroffene neue Perspektiven.  (CliniCum 7-8/2018)

Aufgrund der neuen therapeutischen Möglichkeiten sind wir von ärztlicher Seite gefordert, uns mit diesem wichtigen Lebensthema auseinanderzusetzen. Noch wissen auch Angehörige von Gesundheitsberufen oft zu wenig über das Thema. Patientinnen, die nachfragen, erhalten deshalb immer wieder divergierende Antworten, die sie verunsichern. Kinderwunsch-Patientinnen würden meist lieber starke Schmerzen oder eine höhere Krankheitsaktivität in Kauf nehmen, um ihr Kind nicht zu gefährden. Heute gilt jedoch als gesichert, dass einerseits die weitverbreitete mütterliche Aufopferungsbereitschaft und andererseits Verunsicherung und Angst von therapeutischer Seite sogar kontraproduktiv sind.
Sowohl für die Fertilität als auch für die Komplikations-rate rund um die Schwangerschaft ist es entscheidend, dass die Krankheitsaktivität der Mutter mittels rheumatologischer Basistherapie und supportiver Maßnahmen gut kontrolliert ist. Dabei ist die Schnittstelle zwischen Rheumatologie und Gynäkologie besonders wichtig. Dieser Artikel verbindet daher die wichtigsten internistisch-rheumatologischen und gynäkologisch-geburtshilflichen Aspekte. Ziel ist ein Leitfaden zum Thema Kinderwunsch und Schwangerschaft bei Patientinnen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen, der beide Disziplinen umfasst.
Eine gedankliche Barriere, die viele ÄrztInnen davon ­abhält, eine professionelle Therapie entsprechend den internationalen Leitlinien zu verordnen, ist die Angst vor juristischen Konsequenzen. Stichwort: Kunstfehler und Arzthaftung. Bereits im Winter 2016 wurde erstmals von der europäischen rheumatologischen Gesellschaft (EULAR – European League Against Rheumatism) ein Konsensus-Papier zu diesem Thema veröffentlicht.1 Dieses ist das Ergebnis langjähriger internationaler Kooperation und der Analyse von Schwangerschaftsregistern, welche die Schwangerschafts- und Krankheitsverläufe Tausender Patientinnen mit entzündlich rheumatischen Erkrankungen über Jahre hinweg dokumentierten. Um diese Empfehlungen in die Praxis zu tragen, hat sich auch in Österreich eine fächerübergreifende Initiative gebildet. Unter dem Dach der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) wurde ein interdisziplinärer Arbeitskreis gegründet, der aus Expertinnen der Fächer Rheumatologie, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Embryologie besteht.*

Präkonzeptionelle Beratung Fertilität

Frauen mit rheumatischen Erkrankungen bekommen weniger Kinder als gesunde Frauen. Dafür sind mehrere Faktoren verantwortlich: persönliche Entscheidungen, seltener Geschlechtsverkehr, verminderte Fertilität, Angst vor Medikamenteneinnahme oder eine aktive Grunderkrankung.
Doch je nach Erkrankung unterscheiden sich die Voraussetzungen deutlich: Patientinnen mit entzündlichen Gelenkserkrankungen wie zum Beispiel rheumatoider Arthritis (RA), Psoriasis-Arthritis (PsoA), Gelenksbeteiligung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) oder axialer Spondylarthropathie (SpA) haben prinzipiell eine durchschnittliche Fertilität, brauchen jedoch öfters mehr Zeit bis zur Konzeption. 25 Prozent der Patientinnen mit RA benötigen länger als zwölf Monate, um schwanger zu werden. Zum Vergleich: In der gesunden Kontrollgruppe liegt diese Subfertilitätsrate bei 15,6 Prozent.2 Bei Frauen mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) ist die Fertilität nicht beeinträchtigt.3

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