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DFP Literaturstudium: Fertilität und Schwangerschaft

CliniCum neuropsy

Kinderwunsch ist für die meisten Menschen ein sehr intensives Bedürfnis in der Lebensplanung. Deshalb ist diesen Fragen auch bei von MS-Betroffenen eine entsprechend große Bedeutung zuzuordnen.
Ein Beitrag von Univ.-Prof. Dr. Siegrid Fuchs

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DFP Punkte
2
Fortbildungs-ID
621731
Fortbildungsanbieter
Universitätsklinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz

DFP Literaturstudium: Fertilität und Schwangerschaft

Die Erfüllung des Wunsches nach Kindern und Familienleben ist für die meisten Menschen ein sehr intensives Bedürfnis in der Lebensplanung. Deshalb werden Fragen im Zusammenhang mit Zeugung von Kindern und Schwangerschaft natürlich auch häufig von MS-Betroffenen angesprochen, und entsprechende Informationen sind oft Inhalt von Beratungsgesprächen. Da die Behandlung und Betreuung von Menschen mit MS ermöglichen soll, dass auch mit der Krankheit ein möglichst erfülltes, glückliches Leben geführt werden kann und die gewünschte Lebensführung durch die MS wenig beeinträchtigt wird, ist diesen Fragen auch entsprechend große Bedeutung zuzuordnen. (CliniCum neuropsy 3/18)

Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige Erkrankung und betrifft vorwiegend jüngere Erwachsene. Das Erstauftreten liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Betroffen von der Erkrankung sind Männer und Frauen, wobei der Anteil der Frauen höher ist und offenbar auch noch weiter ansteigt. So berichten Studien aus Kanada einen Anstieg des Frauenanteils bei MS von 1,9 auf 3,2 über 50 Jahre (Orton SM et al., 2006). Auch in einer französischen Studie wird insgesamt eine Zunahme der Häufigkeit von MS berichtet, wobei die Zahlen der betroffenen Männer stagnieren, die der betroffenen Frauen aber höher werden (Debouverie M et al., 2007). Die genauen Ursachen für diese Veränderungen, die in weiteren Studien bis auf wenige Ausnahmen Bestätigung fanden, sind derzeit nicht bekannt. Zumindest teilweise dürften Interaktionen zwischen genetischen und Umweltfaktoren zugrunde liegen (Chao MJ RS et al., 2011).

Fertilität und Empfängnisverhütung

Weder für Männer noch für Frauen mit MS ist ein Einfluss auf die Fertilität durch die Erkrankung gegeben. Ein Kind zu empfangen oder zu zeugen kann durch MS bei sexueller Dysfunktion oder fortgeschrittener Behinderung allerdings erschwert sein. Besteht der Wunsch zur Verhütung, so ist das für MS-Patientinnen in gleicher Weise wie für gesunde Frauen möglich. Eine Verschlechterung von MS durch Gabe von Hormonpräparaten ist nicht belegt, es wurde teilweise sogar ein günstiger Einfluss von Hormonen auf die Erkrankung diskutiert und in einzelnen kleineren Studien auch untersucht. Die Nebenwirkungen der Hormontherapien entsprechen auch bei MS-Betroffenen denen, die bei sonst gesunden Personen beobachtet werden, wie Gerinnungsstörungen und ein eventuell leicht erhöhtes Risiko für Schlaganfälle oder Thrombosen, besonders in Zusammenhang mit entsprechender genetischer Disposition oder anderen Risikofaktoren wie z.B. Rauchen. Diese Risiken entsprechen denen der Durchschnittsbevölkerung und werden durch MS nicht weiter erhöht. Künstliche Befruchtung wurde allerdings teilweise mit einer höheren Krankheitsaktivität in den ersten drei Monaten nach versuchter In-vitro-Fertilisation (IVF) verknüpft. Die Ursache dafür dürfte einerseits im Versagen der IVF und andererseits im Einsatz von „Gonadotropin releasing hormone“ liegen (Michel L et al., 2012).

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