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DFP Literaturstudium: Die Rückkehr der Geschlechtskrankheiten

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Sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper oder Syphilis, die man schon als rein musealen Interessensgegenstand sah, haben mit einem Comeback Schlagzeilen gemacht. Zunehmende Resistenzen verschärfen das Problem.

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DFP Punkte
2
Fortbildungs-ID
625495
Fortbildungsanbieter
Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie, Abt. für Immundermatologie und Infektiöse Hautkrankheiten Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität, Wien
AutorIn(nen)

DFP Literaturstudium: Die Rückkehr der Geschlechtskrankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten wie Tripper oder Syphilis, die man schon als rein musealen Interessens­gegenstand sah, haben mit einem Comeback Schlagzeilen gemacht. Zunehmende Resistenzen verschärfen das Problem.

Im Mai 2018 veröffentlichte das Gesundheitsamt in Kalifornien alarmierende Zahlen: Zwischen 2012 und 2017 stieg die Rate der Infektionen mit Chlamydien, Gonorrhö, und Frühsyphilis um 45 Prozent; allein 2017 gab es rund 219.000 registrierte Fälle einer Chlamydieninfektion, der höchste Wert seit 1990. In Deutschland hat sich die Zahl der Syphilisfälle zwischen 2009 und 2014 fast verdreifacht und liegt jetzt bei rund 7.000 Fällen pro Jahr. Und laut ECDC hat die Zahl der Gonorrhö-Infektionen in Europa seit 2013 um 25 Prozent zugenommen, vor allem bei den sogenannten MSM (Männer, die Sex mit Männern haben).1
Die WHO warnte bereits 2016: „Chlamydien-Infektionen werden häufig übersehen, die Syphilis wird in einigen Ländern aufgrund eines Mangels an Depot-Penicillinen nicht ausreichend behandelt und bei der Gonorrhö droht eine Resistenzkrise.“2
Als Ursachen werden angenommen: zunehmend einfache Möglichkeiten für Menschen, sich für sexuelle Kontakte abzusprechen (soziale Medien, Dating Apps wie Tinder oder Grindr), oder auch zunehmend unvorsichtiges sexuelles Verhalten: Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass Kondome seltener benutzt werden, seit die HIV-Infektion in der Allgemeinbevölkerung als therapierbar gilt und seit es für die Risikogruppe der MSM zur Prävention der HIV-Infektion die präexpositionelle Prophylaxe (PREP) gibt. Außerdem ist anzunehmen, dass die „älteren“ Geschlechtskrankheiten möglicherweise völlig aus dem Gesichtsfeld verschwunden sind.3

1. Venerische Syphilis3

Seit 2001 steigen die Inzidenzraten in Europa wieder deutlich an, vor allem bei MSM. Außerdem gewinnt die Syphilis wieder an Bedeutung, da sie nicht selten als Koinfektion bei HIV-Infizierten in Erscheinung tritt: Syphilitische Ulzera können das Zustandekommen einer HIV-Infektion begünstigen, während eine floride Syphilis den Verlauf einer HIV-Infektion ungünstig beeinflussen kann, und umgekehrt.
Der Erreger ist Treponema pallidum, einziges Reservoir ist der Mensch. Die Übertragung erfolgt meist über direkte sexuelle Kontakte, der Erreger dringt durch Mikroläsionen der Schleimhaut/Haut in den Organismus ein. Auch eine diaplazentare Übertragung von der infizierten Mutter auf das ungeborene Kind ist möglich. Der Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner führt bei etwa 30 Prozent zu einer Infektion. Die Inkubationszeit liegt meist bei 14 bis 24 Tagen, kann aber zwischen zehn und 90 Tagen liegen. Die höchste Infektiosität haben Patienten im Primär- bzw. Sekundärstadium der Syphilis; in der asymptomatischen Spätlatenz oder Tertiärstadium ist der Patient nicht infektiös. Es kann auch eine asymptomatische Neurosyphilis bestehen.
In vielen Fällen wird die Diagnose beim asymptomatischen Patienten zufällig im Stadium der Spätlatenz gestellt. Zunehmend werden neurologische Komplikationen im Rahmen der Frühsyphilis, zumeist Hirnnervenausfälle, diagnostiziert.

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