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DFP Literaturstudium: Somatoforme Störungen: Diagnose verzweifelt gesucht

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Somatoforme Störungen kennzeichnen körperliche Beschwerden, für die trotz genauer Untersuchungen keine (ausreichende) organische Ursache gefunden werden kann.

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DFP Punkte
2
Fortbildungs-ID
617950
Fortbildungsanbieter
Universitätsklinik für Medizinische Psychologie und Psychotherapie, Medizinische Universität Graz
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DFP Literaturstudium: Somatoforme Störungen: Diagnose verzweifelt gesucht

Somatoforme Störungen kennzeichnen körperliche Beschwerden, für die trotz genauer Untersuchungen keine (ausreichende) organische Ursache gefunden werden kann. Die ­Beschwerden bestehen häufig jahre­lang; die Betreuung der Patienten kann eine Herausforderung sein. (ärztemagazin 10/18)

Somatoforme Störungen treten bei jüngeren und älteren Erwachsenen gleichermaßen häufig auf; rund 20 Prozent der Patienten einer hausärztlichen Praxis sollen nach Schätzungen betroffen sein. Auch ein Drittel der Kinder und Jugendlichen zeigt nichtspezifische, funktionelle und somatoforme Körperbeschwerden, sagen die Deutschen Leitlinien (derzeit in Überarbeitung).1 Medizinisch, organisch oder eben „somatisch“ nicht oder nicht hinreichend erklärte Körperbeschwerden sind körperliche Beschwerden, für die auch nach umfassender systematischer Abklärung keine (hinreichende) somatische Krankheitsursache gefunden werden kann. Am häufigsten treten Schmerzen in unterschiedlicher Lokalisation auf, Störungen von Organfunktionen (einschließlich vegetativer Beschwerden) sowie Erschöpfung beziehungsweise Müdigkeit. Das klinische Bild kann außerdem von einer allgemeinen „Gesundheitsangst“ dominiert werden. Bei Kleinkindern sind es am häufigsten Bauchschmerzen, bei Schulkindern und Jugendlichen vor allem Kopfschmerzen, gefolgt von Bauch- und Gliederschmerzen.

Epidemiologie
Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen und Klassifikationen sind Aussagen zur Epidemiologie schwierig. Manche Studien berichten von bis zu 82 Prozent der Bevölkerung, die mindestens eine nicht erklärbare Körperbeschwerde zeigten, rund ein Viertel berichtet zudem von begleitenden Funktionseinschränkungen. Werden allerdings die anbei erwähnten ICD-10-Kriterien angewandt, sind die Zahlen deutlich niedriger und überschreiten nur selten zehn Prozent der Bevölkerung. Die Autoren der Deutschen Leitlinie gehen insgesamt von einer geschätzten Prävalenz von etwa vier bis zehn Prozent der Allgemeinbevölkerung aus, in der hausärztlichen Praxis von rund 20 Prozent. In fachärztlichen Settings liegt die Prävalenz wahrscheinlich bei bis etwa 50 Prozent, noch höher kann sie in spezialisierten psychosomatischen, psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgungseinrichtungen (bis >70%) sein. Als Hauptdiagnose sind somatoforme Störungen allerdings unterrepräsentiert, stattdessen werden häufig Depression, Angst-, Ess- oder Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert.

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