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DFP Literaturstudium: Antibiotika Grenzfälle

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Die Frage, wann ein Antibiotikum eingesetzt werden soll und wann nicht, ist nicht in allen Fällen einfach zu beantworten. Hier praktische Hinweise für die häufigsten Situationen.

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DFP Literaturstudium: Antibiotika Grenzfälle

Die Frage, wann ein Antibiotikum eingesetzt werden soll und wann nicht, ist nicht in allen Fällen einfach zu beantworten. Hier praktische Hinweise für die häufigsten Situationen.

In verschiedenen Leitlinien gibt es klare Aussagen zur erregerspezifischen und auch zur empirischen Therapie von Infektionen, Letzteres, sofern noch kein Erreger bekannt ist. Ein Erregernachweis ist jedoch nicht immer möglich, vor allem im niedergelassenen Bereich.
Zudem gibt es eine Reihe von Situationen, in denen einfach nicht klar ist, ob der Patient überhaupt ein Antibiotikum braucht oder nicht. Von einigen solchen Situationen soll im Folgenden die Rede sein. Dabei gilt – da es sich eben um Grenzfälle handelt – generell, dass es für keine dieser Situationen ein einfaches Rezept gibt; die Therapieentscheidung muss auf individueller Basis erfolgen.

1. Zystitis bzw. asymptomatische Bakteriurie

1.1. Was sagen die Guidelines?

In einem von drei Fachgesellschaften getragenen Konsensus-Statement aus 20121 wird zunächst darauf hingewiesen, dass zwischen akutem Harnwegsinfekt, der per definitionem symptomatisch ist, und asymptomatischer Bakteriurie, die per definitionem eben asymptomatisch ist, unterschieden werden muss. Das hat einen klaren Grund: Während der akute Harnwegsinfekt eine Behandlungsindikation darstellt, ist dies bei der asymptomatischen Bakteriurie nicht der Fall.
Diese Regel hat allerdings zwei Ausnahmen: erstens Schwangerschaft, zweitens eine bevorstehende Prostataresektion. Bei Schwangeren gibt es Daten, die zeigen, dass eine asymptomatische Bakteriurie das Risiko für eine Pyelonephritis um den Faktor 20 bis 30 erhöht. Ein Screening auf Bakteriurie sollte einmalig in der 16. Schwangerschaftswoche erfolgen, da das Bakteriurierisiko zwischen der 9. und der 17. Schwangerschaftswoche am höchsten ist.
Allerdings zeigt neuere Literatur2, dass eine asymptomatische Bakteriurie nicht mit Frühgeburtlichkeit assoziiert ist und auch das absolute Pyelonephritis­risiko in dieser Situation niedrig ist.
Gut untersucht ist auch der Nutzen einer antimikrobiellen Therapie der asymptomatischen Bakteriurie vor einer transurethralen Prostataresektion, wobei hier eine Antibiotikagabe unmittelbar vor dem Eingriff ausreicht.

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