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Transition in die Erwachsenenmedizin auf dem Prüfstand

Jugendliche, die unter chronischen Erkrankungen leiden, müssen, so die Erkrankung über das Jugendalter hinaus besteht, irgendwann von der „Erwachsenenmedizin“ übernommen werden. Dieser „Transition“ genannte Übergang birgt Risiken. Das Krankheits- und Medikamentenwissen der adoleszenten Patienten ist oft unzureichend und durch den Verlust des gewohnten Betreuungsumfelds kommt es nicht selten zu Compliance-Problemen. Die Folge ist nicht selten der Verlust einer zuvor guten Krankheitskontrolle. Um derartige Situationen zu vermeiden, wird ein strukturierter, individueller und begleiteter Betreuungswechsel empfohlen. An der an der Abteilung für pädiatrische Rheumatologie der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, AKH Wien in Kooperation mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien ein Transitionsprogramm für adoleszente Patienten mit juveniler idiopathischer Arthritis (JiA) erstellt. Dieses Programm wird im Rahmen einer Studie evaluiert, erste Ergebnisse wurden im Rahmen der ÖGR Tagung vorgestellt. Die Intervention bestand aus einem Erstgespräch und fünf Folgeterminen bei denen ein individuelles Transitionsprogramm erarbeitet wurde. Rund sechs Monate nach dem Erstgespräch erfolgte die Übergabe an ein Erwachsenenzentrum. Als Vergleich diente eine Kontrollgruppe, die die gesamten 18 Monate in der pädiatrischen Betreuung verblieb. Die 42 Patienten im Alter von 18-25 Jahren wurden randomisiert einer der beiden Gruppen zugeteilt.

Mehr Wissen durch strukturiertes Transitionsprogramm

Insgesamt 39 Studienteilnehmer (15 männlich und 27 weiblich) beendeten die Studie. In den abschließenden Befragungen gaben sie an, das Transitionsprogramm als sehr unterstützend erlebt zu haben. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte in Befragungen ein signifikanter Zuwachs an Wissen hinsichtlich der Erkrankung und der Medikation festgestellt werden. Hinsichtlich der Krankheitsaktivität und Lebensqualität wurde hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt. Weitere Auswertungen sollen im weiteren Verlauf präsentiert werden. Die Autoren gelangen zu dem Schluss: „Ein strukturierter, individueller und begleiteter Betreuungswechsel von der Pädiatrie an die Erwachsenenmedizin führt dazu, dass Patienten zu eigenständigen Experten ihrer Erkrankung werden und so für einen Betreuungswechsel gut vorbereitet sind.“

Hemberger S et al. Von der Pädiatrie an die Erwachsenenmedizin — Transition für junge Erwachsene. ÖGR 2017, Abstract 16

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