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Makrophagen hemmen Arthritis

An der rheumatoiden Arthritis (RA) sind mehrere Immunzelltypen beteiligt. An der MedUni Wien haben Forscher nun im Rahmen einer internationalen Kooperation eine neuartige Makrophagen-Untergruppe entdeckt, die die Entzündung eindämmen kann. In Kombination mit Methotrexat (MTX) könnte das künftig eine Therapieoption sein. Es zeigte sich, dass nicht nur entzündungsfördernde Makrophagen („M1“) in Gelenken mit rheumatoider Arthritis vorhanden sind, sondern auch Makrophagen, die bei entsprechender Förderung die Entzündung hemmen („M2“). Diese zweite Art trägt sowohl M1- als auch M2-Merkmale.

Erstautorin Anna Ohradanova-Repic erklärt: „Aktivierte Makrophagen, die auf ihrer Oberfläche einen spezifischen Marker namens Folatrezeptor beta (FR) tragen, sind schon länger in RA-Gelenken nachweisbar und wurden als Entzündungsförderer angesehen. Aber als diese Makrophagen auch in Tumoren entdeckt wurden, vermuteten wir, dass ihre Rolle bei der rheumatoiden Arthritis eine andere, nämlich positive, sein könnte, da Tumormakrophagen entzündungshemmend wirken.“ Es stellte sich heraus, dass FR-positive Makrophagen z.B. auf Krankheitserreger anders reagierten als erwartet: Sie wurden nicht proinflammatorisch M1, sondern wechselten in den M2-Zustand und unterdrückten das Immunsystem, insbesondere die T-Zellen. Denn Gefahrenreize lösen bei FR-positiven Makrophagen eine Kette von molekularen Ereignissen aus, die zur Bildung von Adenosin führt.

Erfolgreich im Mausmodell

Es zeigte sich weiters, dass MTX die Adenosinbildung in diesen Makrophagen fördert. Um MTX gezielt zu diesen Makrophagen zu bringen und seine Nebenwirkungen zu reduzieren, entwickelten die Forscher eine MTX-Formulierung, welche die Adenosinproduktion durch diese Makrophagen erhöht. Im Arthritis-Mausmodell konnte die Entzündung so verhindert werden. Die Studie wurde durch die EU FP7 und die Horizon 2020-Projekte NANOFOL und FOLSMART finanziert. Kooperationspartner waren die MedUni Wien, das Cochin-Institut in Paris, die Universität Kagoshima in Japan und die Universität Minho in Portugal.

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