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ILD erkennen: Ultraschall-Screening für die Lunge

Die Sonographie ist eine sensitive und spezifische Methode zur Diagnostik einer interstitiellen Lungenerkrankung bei Patienten mit Sklerodermie. Dies legen die soeben präsentierten Ergebnisse einer mexikanischen Studie nahe.

Interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) stellen häufige und potentiell gefährliche Komplikationen rheumatischer Erkrankungen dar und können im Verlauf eines Lupus, einer systemischen Sklerose aber auch einer rheumatoiden Arthritis auftreten. Bislang fehlt nicht nur die Evidenz zum Management dieser Erkrankungen, auch die Diagnostik ist anspruchsvoll. Goldstandard ist die hochauflösende Computertomographie HRCT. Diese hat allerdings Nachteile, sie ist nicht immer und überall verfügbar, teuer und mit Strahlenbelastung verbunden und damit nicht ideal für Screening-Untersuchungen. Hinzu kommen Schwierigkeiten in der Diagnostik.

Das Erkennen einer ILD und insbesondere die Differentialdiagnose unterschiedlicher Formen von ILD sind Aufgaben für Spezialisten. Als Alternative bietet sich die Lungen-Sonographie an, so Dr. Jessica Gutierrez vom Instituto Nacional de Rehabiltation in Mexico City. Dr. Gutierrez weist auch auf die Häufigkeit der Erkrankung hin: So sei ILD gegenwärtig die zweithäufigste Organmanifestation und die wichtigste Ursache von Mortalität bei Patienten mit systemischer Sklerose (SSc).

Studie zur Einsetzbarkeit von Ultraschall als Routineuntersuchung auf subklinische ILD

In einer im Rahmen des EULAR präsentierten Studie untersuchten Gutierrez und ihre Gruppe die Einsetzbarkeit von Ultraschall als Routineuntersuchung auf subklinische ILD bei Patienten mit SSc. In die Studie wurden 133 SSc-Patienten ohne respiratorische Symptome und ohne bestehende ILD-Diagnose eingeschlossen. Dyspnoe wurde anhand der Borg-Skala erhoben und der subklinische Lungenstatus mittels Auskultation bestätigt. Zusätzlich wurde die Lungenfunktion gemessen und ein Thorax-Röntgen aufgenommen. Die Ultraschalluntersuchung der Lunge erfolgte durch zwei Rheumatologen, die hinsichtlich der klinischen Untersuchungsergebnisse verblindet waren.

Um die Abhängigkeit der Ergebnisse vom Untersucher abschätzen zu können, waren die beiden Rheumatologen unterschiedlich erfahren in der Ultraschall-Diagnostik. Zur abschließenden Validierung der Ergebnisse wurde auch ein HRCT aufgenommen. Im Anschluss an die initialen Untersuchungen erfolgte über 12 Monate im Abstand von drei Monaten ein Follow Up mittels Sonographie, Lungenfunktion und Borg-Skala.

Vielversprechende Studienergebnisse

Bei 54 der 133 Patienten (40,6%) wurden im Ultraschall Zeichen einer ILD gefunden. Damit lag die Prävalenz deutlich höher als in einer gesunden Kontrollgruppe, in der bei 4,8% der Teilnehmer Zeichen einer ILD vorhanden waren. Ein positiver Ultraschall-Befund korrelierte mit einem positiven Befund in der HRCT(p=0.0001). Assoziiert mit Zeichen einer ILD waren Anti-Zentromer-Antikörper, Borg-Skala und Rodnan Haut Index. Im Gegensatz dazu wurden keine positiven Assoziationen mit Geschlecht, Alter, Krankheitsdauer, Thorax-Röntgen oder Lungenfunktion gefunden. Sensitivität und Spezifität waren mit 91,2% und 88,6% hoch. Ultraschall erwies sich auch als geeignet für die Verlaufsbeobachtung.

Insgesamt 30 Patienten, die in der ersten Untersuchung Zeichen einer ILD gezeigt hatten, verschlechterten sich innerhalb des Follow Up und neun dieser Patienten wurden nach der Borg-Skala symptomatisch. Gutierrez: „So weit man anhand unserer frühen Ergebnisse sagen kann, dürfte Ultraschall eine ideale bildgebende Methode für die Diagnose einer ILD sein und sich ausgezeichnet für das Screening von Sklerodermie-Patienten eignen. Unsere Daten zeigen auch, dass Dyspnoe-Skalen und Lungenfunktion in den frühen Stadien einer ILD keine verlässlichen Informationen liefern. Wir denken daher, dass der Ultraschall als Screening Tool für ILD implementiert werden kann.“

Gutierrez J et al. Ultrasound diagnostic and predictive value of interstitial lung disease in systemic sclerosis.diagnostic and predictive value of ultrasound in the assessment of interstitial lung disease. EULAR 2018; Amsterdam: Abstract OP0141

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