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RA-Patienten: Kardiovaskuläre Mortalität nicht mehr erhöht

Patienten mit rheumatoider Arthritis zeigen ein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Risiko, das einerseits auf systemische Inflammation, darüber hinaus aber auch auf den oft durch die Krankheit erzwungenen Bewegungsmangel zurückgeführt wird (1). Ein im Rahmen des EULAR 2017 präsentierte Metaanalyse untersuchte nun, wie sich dieses Risiko mit den Jahren entwickelt hat. Erfreuliche Resultate: Das kardiovaskuläre Risiko ist seit der Jahrtausendwende zurückgegangen, die kardiovaskuläre Mortalität von RA-Patienten liegt im Biologika-Zeitalter nicht mehr signifikant über jener der Normalbevölkerung (2).

Foto: coramax / Fotolia.com

Rheumatherapie und verbessertes Management von Risikofaktoren

Basis der Analyse war eine Literatursuche in PubMed und Cochrane Library, die 28 observative Studien fand, in denen kardiovaskuläre Ereignisraten (akutes Koronarsyndrom, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, kardiovaskulärer Tod) von RA-Patienten mit der Normalbevölkerung verglichen wurden. In der Folge wurden mehrere Metaanalysen durchgeführt, in denen zunächst die Risiken dieser Ereignisse über alle Studien berechnet und anschießend ein Vergleich der vor und nach dem Jahr 2000 publizierten Arbeiten durchgeführt wurde. Dabei zeigten die Studien aus der Zeit vor 2000 hochsignifikante Risikoerhöhungen für alle Endpunkte. Konkret: RR=1.12, [95 % CI 1.04; 1.21], p=0.002 für Schlaganfall; RR=1.25 [1.14; 1.37], p<0.00001 für Herzinsuffizienz, RR=1.21 [1.15; 1.26], p<0.00001 kardiovaskuläre Mortalität und RR=1.32 [1.24; 1.41], p<0.00001) für Myokardinfarkt. Die nach 2000 publizierten Studien zeigten ein unverändertes erhöhtes Schlaganfallrisiko, und ein in geringerem Ausmaß, aber immer noch signifikant erhöhtes Myokardinfarkt-Risiko (RR=1.18 [1.14; 1.23], p<0.00001). Die Risiken für Herzinsuffizienz (RR= 1.17 [0.88; 1.56], p=0.27) und kardiovaskuläre Mortalität (RR=1.07 [0.74; 1.56], p=0.71) waren nicht mehr signifikant höher als in der Normalbevölkerung.
Für diese Daten dürften unterschiedliche Faktoren verantwortlich sein, wie Studienautorin Elisabeth Filhol vom Universitätsspital Nîmes in Frankreich betont. Einerseits sei es heute möglich, die mit der RA verbundene systemische Inflammation besser in den Griff zu bekommen. Andererseits wurden in den letzten 17 Jahren jedoch auch Fortschritte beim Management kardiovaskulärer Risikofaktoren gemacht, die ebenfalls zu der beobachteten Reduktion der Ereignisraten beitragen könnten.

1) van den Oever IAM, van Sijl AM, Nurmohamed MT. Management of cardiovascular risk in patients with rheumatoid arthritis: evidence and expert opinion. Ther Adv Musculoskel Dis. 2013; 5(4): 166-181
2) Filhol E, Hua C, Nutz A, et al. Decrease in cardiovascular event excess risk in Rheumatoid Arthritis since 2000: a meta-analysis of controlled studies. EULAR 2017; Madrid: Abstract OP0146

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