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Übergewicht erhöht bei Frauen das Rheumarisiko

Da entzündlich-rheumatische Erkrankungen trotz verbesserter Behandlungsmöglichkeiten nach wie vor alle unheilbar sind, wäre Prävention wünschenswert. Ebenso wichtig wäre die Identifikation von Personen mit besonders hohem Erkrankungsrisiko. Eine im Rahmen des EULAR Kongresses in Madrid vorgestellte Studie zeigt nun, dass ganz alltägliche gesundheitliche Risikofaktoren auch das Risiko erhöhen, an rheumatoider Arthritis (RA) zu erkranken (1). So erwiesen sich bei Frauen Übergewicht und Adipositas (definiert durch den Body Mass Index), hoher Körperfettanteil und abdominales Fett als Risikofaktoren für die Entwicklung einer RA. Bei Männern wurden hingegen keine klaren Assoziationen gefunden.

Bislang wurden in Studien zu Körpergewicht und RA-Risiko widersprüchliche Ergebnisse gefunden. Dies könne, so Dr. Asta Linauskas vom Universitätsspital Aarhus in Dänemark, daran liegen, dass in diesen Studien üblicherweise nur der BMI betrachtet wurde, der lediglich als schwacher Surrogatparameter gesehen werden kann, da er weder den Körperfettanteil noch die Fettverteilung zuverlässig abbildet.
Die dänischen Forscher erstellten ihre Studie anhand eines großen Bevölkerungsregisters mit Daten von 54.284 Personen (52% Frauen), die beim Einschluss in die Studie zwischen 1993 und 1997 zwischen 50 und 64 Jahre alt waren. Aus dieser Kohorte entwickelten in einer Beobachtungszeit von 21 Jahren im Median 283 Frauen und 110 Männer eine rheumatoide Arthritis. Zum Einschluss-Zeitpunkt wurden unter anderem Körperfettmessungen durchgeführt.

Gewichtskontrolle bei der Patientenberatung erwähnen

Bei übergewichtigen Frauen (BMI 25-29.99 kg/m2) war das RA-Risiko um den Faktor 1.48 (95 % CI: 1.14-1.91) und bei adipösen Frauen (BMI >30 kg/m2) um den Faktor 1.54 (1.09-2.17) erhöht. Abdominale Adipositas (definiert durch einen Taillenumfang >88 cm) erhöhte das Risiko um den Faktor 1.24 (0.96-1.61). Bei Männern waren die Assoziationen nicht signifikant. Die Daten waren adjustiert im Hinblick auf mögliche Störfaktoren wie Alter, Raucherstatus, gesamter Tabakkonsum, Alkohol, körperliche Aktivität und Konsum von n-3 Fettsäuren.
Linauskas: „Unsere Daten stützen die Assoziation zwischen Übergewicht und RA-Risiko. Wir denken daher, dass rheumatoide Arthritis in die Liste der Erkrankungen aufgenommen werden sollte, die durch erhöhtes Körpergewicht begünstigt werden. Als praktische Empfehlung könnte man Frauen mit RA in der Familienanamnese raten, auf ihr Körpergewicht zu achten.“

1) Linauskas A, de Thurah AL, Overvad K, et al. Body fat percentage and waist circumference were associated with the development of rheumatoid arthritis – a Danish follow-up study. EULAR 2017; Abstract OP0079

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