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Cystische Fibrose

NACFC 2018 – Atemwegskeime führen zu strukturellen Lungenveränderungen

In einer am NACFC 2018 vorgestellten Studie wurde jetzt untersucht, welche Atemwegskeime zu strukturellen Veränderungen der Lunge bei Kindern mit cystischer Fibrose beitragen können.

Die Erforschung des Mikrobioms erfreut sich in den letzten Jahren in allen Fachrichtungen immer größer werdender Beliebtheit. Auch auf der diesjährigen Jahreskonferenz der NACFC (NACFC 2018) bilden kommensale und pathogene Keime bei Patienten mit cystischer Fibrose (CF) einen Schwerpunkt.

Bei CF-Kindern können bestimmte Atemwegsinfekte strukturelle Veränderungen in der Lunge begünstigen und zu einem Verlust von Lungenfunktion führen. Vor allem Infektionen mit P. aeruginosa und S. aureus werden mit der Pathogenese von Lungenschäden bei CF immer wieder in Verbindung gebracht.

Spezifische Rollen für Keime bei strukturellen Lungenveränderungen

In einer am NACFC 2018 vorgestellten prospektiven Studie wurde jetzt untersucht, welche Atemwegspathogene CF-bedingte strukturelle Veränderungen der Lunge mitverursachen können. Dazu wurden Kleinkinder, bei denen nach der Geburt eine gesicherte CF-Diagnose gestellt worden war, zwischen einem Alter von drei Monaten und sechs Jahren regelmäßigen Lungen-CTs und bronchoalveolären Lavagen (BAL) unterzogen. Mithilfe dieses Probenmaterials wurde daraufhin die Prävalenz von Pathogenen in den unteren Luftwegen mit den in den CTs ersichtlichen Zeichen für Krankheitsaktivität (wie Bronchiektasen, Verdickungen der Bronchialwand, Air trapping und Schleimpfropfenbildung) sowie mit im BAL gemessenen Entzündungsparametern wie Neutrophilen-Aktivierung und dem entzündlichen Zytokin IL-8 korreliert.

Insgesamt 262 Vorschulkinder wurden in die Studie eingeschlossen – bei ihnen wurden 925 BALs und Thorax-CTs vorgenommen. Am häufigsten wurden P. aeruginosa, Aspergillus species, H. influenzae und S. aureus, S. pneumoniae und M. catarrhalis in Kulturen der BALs gefunden. Jedoch lediglich bei Vorhandensein von P. aeruginosa, Aspergillus species, H. influenzae und S. aureus waren Entzündungswerte sowie für jeden Keim spezifische CT-basierte Werte für Krankheitsaktivität signifikant höher. So war die Präsenz von P. aeruginosa in der Kultur mit signifikant höheren Bronchiektase-Werten (p<0,001), und das Vorhandensein von Aspergillus mit signifikant höheren Air- trapping-Werten (p<0,001) assoziiert.

P. aeruginosa, Aspergillus, S. aureus und H. influenzae scheinen also die neutrophile Entzündung und die strukturellen Lungenveränderungen bei CF mit zu beeinflussen. Jetzt sollen weitere Forschungen angestellt werden, um herauszufinden, wie Infektionen mit diesen Keimen am besten zu beseitigen sind.

Quelle

Breuer O et al.: Early lung infections and associated structural damage in young children with cystic fibrosis. NACFC 2018, Abstract #409

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