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Allergisches Asthma bronchiale: Elefantengedächtnis der Lunge

Allergisches Asthma bronchiale wird durch eine Abwehrreaktion der Lunge auf das Einatmen von Allergenen wie Gras-, Baum- und Ragweedpollen ausgelöst und führt zu pfeifendem Atmen, Husten und Kurzatmigkeit. Allergisches Asthma bronchiale kann ein chronisches Leiden sein, tritt aber oft nur zeitweise auf. So etwa, wenn Menschen mit Allergenen, auf die sie sensibilisiert sind, in Kontakt kommen. Saisonales Asthma bronchiale etwa, das durch Baumpollen hervorgerufen wird, führt bei einer Person, die zu anderen Zeiten keine Lungenprobleme aufweist, zu Asthmaanfällen, wenn die Pollen in der Luft sind. Forscher der MedUni Wien haben nun die Rolle spezieller T-Lymphozyten auf die Entstehung von allergischem Asthma bronchiale untersucht. Es handelt sich um Th2-Helferzellen, die ein Leben lang als Gedächtniszellen im Gewebe bleiben und daher auch als Th2-TRMs (T-helper 2-tissue resident memory cells) bezeichnet werden.

Methoden. Das Forscherteam untersuchte die Th2-TRMs in der Lunge von Mäusen mit allergischem Asthma bronchiale während der Remission und charakterisierte diese Zellen nach dem Kontakt mit dem Allergen. Nachdem sie die meisten T-Zellen im Tier eliminiert hatten, wurden die Immunzellen blockiert, damit diese nicht aus der Lunge abwandern konnten.

Ergebnisse. Th2-TRMs sind dafür verantwortlich, dass Asthmatiker, kurz nachdem sie Allergene eingeatmet haben, Asthmaanfälle erleiden und dass diese Anfälle ein Leben lang auftreten können. Die Studie zeigt erstmals, dass Th2-TRMs über 600 Tage in der Lunge verbleiben, und beweist, dass immunologisches Gedächtnis bereits nach dem ersten Anfall von allergischem Asthma bronchiale induziert wird und die Gedächtnis-Th2-Zellen ein Leben lang erhalten bleiben. Die Forscher fanden überdies heraus, dass sich in der Lunge nur rund 150.000 bis 200.000 Th2-TRMs befinden, das ist lediglich ein Bruchteil der 100 Millionen Lungenzellen, und dass diese Zellen nicht aus der Lunge abwandern, sondern aktiviert werden, um auf das eingeatmete Allergen zu reagieren.

Fazit. Diese Ergebnisse könnten erklären, warum ein Großteil der Patienten mit allergischem Asthma bronchiale lebenslang allergisch reagiert und dass, wenn diese dauerhaft dem Allergen ausgesetzt sind, sich die Anzahl der Th2-TRMs bei weiterem Kontakt mit dem Allergen möglicherweise erhöht und zu noch schwererem Asthma bronchiale führt. Neue Strategien in der Therapie von allergischem Asthma bronchiale könnten auf die Th2-TRMs abzielen. Aber dazu ist es notwendig, einen Weg zu finden, dass diese Zellen selektiv eliminiert werden, ohne andere Gedächtnis-T-Zellen zu beeinträchtigen, die uns vor Bakterien und Viren schützen. Die jährliche wirtschaftliche Belastung in der EU durch allergisches Asthma bronchiale wird auf einen Betrag zwischen 55 und 151 Milliarden Euro geschätzt. Daher würden neue, innovative Behandlungsmethoden helfen, diese Kosten deutlich zu reduzieren.

Bosnjak B et al.: Th2-TRMs maintain life-long allergic memory in experimental asthma in mice. Frontiers in Immunology 2019; doi:10.3389/fimmu.2019.00840

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